PHInanzielle Freiheit

Wenn ich vor 10 Jahren investiert hätte…

In diesem Beitrag geht es um die Frage, was gewesen wäre, wenn man vor Jahren in ein bestimmtes Unternehmen investiert hätte und darum, ob diese Überlegung sinnvoll ist.

Immer wieder liest man darüber, wie viele Geld man „gemacht“ hätte, wenn man vor 10 oder 20 Jahren in ein bestimmtes Unternehmen investiert hätte. In diesem Beitrag geht es beispielsweise um Apple. Ich möchte darauf eingehen, warum ich überzeugt davon bin, dass diese Überlegungen schwachsinnig sind.

Im Rückblick war es logisch

Denk an Unternehmen wie Apple, Amazon oder Microsoft. Jeder verwendet heute Smartphones und Computer. Es gibt auch kaum Menschen, die noch nie bei Amazon bestellt haben. In vielen Haushalten kommen sogar täglich Pakete, die von Amazon zugestellt werden.

Rückblickend würden viele Menschen sagen, dass es absolut klar war, dass sich diese Unternehmen durchsetzen werden. Wenn man den Bogen weiter spannt, könnte man sehr schnell zu der Frage kommen, wieso man nicht investiert hat, als diese Unternehmen noch klein waren. Immerhin hätte man damit heute Millionen gemacht. Das möchte man in Zukunft auf keinen Fall mehr verpassen. Stichwort: FOMO.

Nehmen wir nochmal das Unternehmen Apple und den oben verlinkten Artikel als Beispiel.

Im Jahr 2000 lag der Kurs der Aktie bei unter 0,30$. Mit 10.000$ hätte man demnach 33.333 Aktien kaufen können.
Heute liegt der Kurs bei 146$ (Stand August 2021). Der Kurs ist also um 145,70$ gestiegen. Wer vor über 20 Jahren 10.000€ investiert hätte, hätte jetzt Apple Aktien im Wert von 4.856.618$. In 20 Jahren wären aus 10.000$ fast 5 Millionen Dollar geworden.

Warum es nicht ganz so logisch ist

Klingt gut, oder? Aber warum hat das so gut wie niemand gemacht? Immerhin war es doch vorhersehbar, dass sich Apple durchsetzt. Demnach hätte man ja damit rechnen können, dass sich die Aktie vervielfachen wird.

Machen wir eine Zeitreise und schauen uns die Unternehmensgeschichte von Apple an.

Das Unternehmen wurde 1976 gegründet. 1980 ging das Unternehmen an die Börse.

1997 stand Apple kurz vor der Pleite. In einem Interview sagte Steve Jobs, dass man von dieser nur 90 Tage entfernt war. 1998 wurden 30% der Mitarbeiter entlassen. Danach ging es bergauf. Mit der Zeit kommen iMacs, iPods, iPhones und iPads.

Die letzten Jahre lief es super bei Apple. Doch vor 20 Jahren, wenn man die 10.000$ investieren hätte müssen, war Apple ein Unternehmen, dass mit dem Rücken zur Wand stand. Eine derart positive Entwicklung war damals auch für Experten wirklich nicht absehbar.

Und jetzt sei ehrlich: Hättest du wirklich so viel Geld in ein Unternehmen investiert, dass knapp vor dem Bankrott war? Vermutlich nicht.

Genau deshalb sind Überlegungen wie: „Hätte ich vor Jahren in das Unternehmen investiert, wäre ich heute reich!“ sinnlos. Hat man nämlich nicht, weil derartige Erfolge zu dieser Zeit schlichtweg nicht vorhersehbar waren. Egal ob bei Apple, Amazon, Microsoft, oder all den anderen Unternehmen, die mittlerweile Milliarden, oder gar Billiarden wert sind.

Fazit

Es ist wahnsinnig einfach aus heutigen Entwicklungen Rückschlüsse auf die Vergangenheit zu ziehen. Natürlich wäre es rückblickend betrachtet eine gute Idee gewesen in Unternehmen zu investieren, die mittlerweile Weltmarktführer in ihren Branchen sind.

Wenn man aber wirklich früh genug dabei sein möchte, reicht es nicht in die Vergangenheit zu blicken. Dafür müsste man in die Zukunft schauen. Das ist bekanntlich schwieriger.

Liebe Grüße,
Philipp

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