Nimm dein Geld in deine Hände!

Werfen wir zusammen einen Blick auf das Thema Schulden. Was ist der Unterschied zwischen guten und schlechten Schulden? Was versteht man unter Begriffen wie "Überschuldung" oder "Schuldenfalle"? Wie verhindert man es, in die "Schuldenspirale" zu rutschen?
Schulden

Inhalt

Definition: Was sind Schulden?

Bevor wir ins Detail gehen, widmen wir uns kurz der Definition von Schulden. Schulden sind eine Rückzahlungsverpflichtung an eine andere Person.

Ich denke, dass wir alle schon Schulden gemacht haben. Vielleicht nicht im großen Stil, aber auch wenn du dir einen Euro bei einem Freund ausborgst, machst du Schulden. Wie es ganz mit Schulden in Deutschland und Österreich aussieht, werden wir uns später anschauen.

Wichtig ist es, sich vor Augen zu führen, dass Schulden etwas Alltägliches sind und daher nicht unbedingt etwas Schlechtes. Werfen wir einen Blick auf den Unterschied zwischen „guten“ und „schlechten“ Schulden.

Gute Schulden

Wenn man Schulden macht, hat das immer einen Zweck. Man möchte etwas kaufen, für das einem im Moment das Geld fehlt. Schulden zu machen, um einen Fernseher zu kaufen ist keine gute Idee. Hier handelt es sich um ein Beispiel für schlechte Schulden. Leider führen schlechte finanzielle Entscheidungen, in Deutschland und Österreich, häufig zu der Entstehung von Schulden. Dazu später mehr.

Wann können Schulden gut sein?

Ganz einfach: Wenn sie dazu führen, dass du später Vorteile durch sie hast.
Wenn du beispielsweise einen Kredit für dein Studium aufnimmst, hast du später vielleicht einen Beruf, der dir mehr Spaß macht und auch noch mehr Geld bringt. Auch die Schulden, die man macht, um ein Eigenheim zu kaufen, können unter Umständen gute Schulden sein. Auch die Kreditaufnahme für die Gründung eines Unternehmens fällt unter die Kategorie „gute Schulden“.

Nachdem wir einen Blick auf guteSchulden geworfen haben, widmen wir uns jetzt den schlechten.

Schlechte Schulden

Schlechte Schulden dienen in der Regel einem Zweck: Einen Lebensstil zu finanzieren, den man sich eigentlich gar nicht leisten kann. Viele finanzieren Konsumgüter, wie Telefone oder Fernseher mit Krediten. Bei der Rückzahlung, vertrauen sie auf ihr sicheres (?) Einkommen.

Durch die heutigen Möglichkeiten zur Finanzierung muss niemand mehr sparen. Ein neuer Fernseher für 1.000€, ohne etwas auf dem Konto zu haben? Kein Problem! Man kann den auf Raten kaufen. Wenn man die 1.000€ auf 24 Monate aufteilt, sind das nur mehr 41,67€ pro Monat. Das ist schon irgendwie drinnen.

Der Fernseher ist nur eines von vielen Konsumgütern, das man heute „auf Pump“ kaufen kann. Wenn du nachdenkst, wird es auch in deinem Umfeld Menschen geben, die diese Konsumkredite schon in Anspruch genommen haben. Schlechte finanzielle Angewohnheiten sind häufige Ursachen für Schulden in Deutschland.

Das Problem bei diesen Finanzierungen ist, dass man den Überblick verliert, wenn man mehrere Dinge auf diese Art und Weise „bezahlt“. Irgendwann kommt man dann drauf, dass man gar nicht genug Geld verdient, um das ganze Zeug abzubezahlen.

Schulden in Österreich und Deutschland

Wir wissen jetzt, dass Schulden an sich weder gut noch schlecht sind. Schauen wir uns an, wie es mit den Schulden in Deutschland und Österreich aussieht.

Schulden in Deutschland

Schulden Deutschland

In Deutschland ist ungefähr jeder zehnte Erwachsene nicht in der Lage, seine Rechnungen dauerhaft zu bezahlen und muss daher Schulden machen.

Der Grund für die Überschuldung, liegt bei einem Viertel der Betroffenen unter 25 Jahren an der unwirtschaftlichen Haushaltsführung. Ein Viertel (!) der jungen Menschen aus Deutschland mit Schulden, hat diese, weil es nicht mit Geld umgehen kann.

Die durchschnittliche Höhe der Schulden, von unter 25 jährigen in Deutschland, liegt bei 8.859€. Gleichzeitig wird in dieser Altersgruppe im Schnitt 777€ monatlich verdient. Wenn die Schuldner ihr gesamtes Einkommen für das Tilgen der Schulden verwenden würden, würden sie dafür ein Jahr brauchen.

Der durchschnittliche ältere Schuldner (>65 Jahre), hat Schulden um die 43.740€. Hier beträgt das Durchschnittseinkommen knapp über 1.000€. Der Schuldner braucht hier, im Schnitt, also dreieinhalb Jahre, um seine Schulden zu tilgen. Voraussetzung ist auch hier, dass er sein gesamtes Kapital für die Schuldentilgung verwenden kann.

Ursachen für Schulden in Deutschland

Diese Zahlen sind unglaublich oder? Ich war ziemlich erstaunt davon, wie hoch die durchschnittlichen Schulden in Deutschland sind. Vor allem die Höhe bei der jüngeren Altersgruppe, hat mich sehr überrascht. Werfen wir einen Blick auf die häufigsten Ursachen für Schulden in Deutschland.

AuslöserSchuldner unter 25 JahrenSchuldner ab 65 JahrenAlle beratenen Schuldner
Arbeitslosigkeit19,1%8,6%20,0%
Trennung, Scheidung, Tod des Partners4,1%14,4%13,1%
Erkrankung, Sucht, Unfall10,9%15,3%15,8%
Unwirtschaftliche Haushaltsführung26,8%8,4%12,9%
Gescheiterte Selbstständigkeit1,6%12,9%8,5%
Längerfristiges Niedrigeinkommen11,7%11,7%8,3%
Sonstiges25,8%28,7%21,4%
Quelle: Statistisches Bundesamt (abgerufen: 03.11.2020)

Während unwirtschaftliche Haushaltsführung vor allem ein Problem der jüngeren Gruppe ist, werden ältere Schuldner stärker von einer Trennung des Partners, oder einer gescheiterten Selbstständigkeit getroffen.

Schulden treffen in Deutschland oft „Unschuldige“

Was die Tabelle verdeutlicht ist, dass Lebensumstände einen großen Einfluss nehmen können. Krankheit beispielsweise ist ein Faktor, der uns alle treffen kann. Es ist nicht so, dass Menschen, die Probleme mit Schulden haben, immer selbst Schuld an dieser Lage sind.

Schulden in Österreich

Aufgrund der Anwendung unterschiedlicher statistischer Methoden unterscheiden sich die Zahlen von Österreich und Deutschland. Die Muster und Verhältnisse sind aber sehr ähnlich. Österreich schneidet in puncto Schulden nicht besser ab als Deutschland. Wenn du dich für Details interessiert, kann ich dir den „Schuldenreport“ empfehlen. Dort kannst du dich zu Schulden in Österreich informieren. Aus diesem Stammen auch die folgenden Zahlen und Statistiken.

Die durchschnittliche Verschuldung, der unter 30 jährigen, in Österreich beträgt circa 33.000€. während die Altersgruppe ab 51 Jahren mit 87.000€ in der Kreide steht.

Auch ein Blick auf die Entwicklung der Zahl an Personen, die Unterstützung durch die Schuldnerberatung erhielten zeigt kein gutes Bild. 2019 nahmen 60.000 Menschen die Schuldnerberatung in Anspruch. Im Vergleich zu 2009 ist das immerhin ein Anstieg von 8.000.

Altersstruktur und Bildung

Die Altersstruktur der Schuldner verteilt sich in Österreich wie folgt:

Schulden Österreich Altersstruktur

Den größten Anteil der Schuldner in der Schuldenberatung machen 31-40 jährige aus. Aber auch die junge Altersgruppe von 21 bis 30 Jahren ist hier stark vertreten.

In der folgenden Grafik sehen wir, dass geringe Schulbildung das Risiko für eine Überschuldung steigert. Menschen mit einem Pflichtschulabschluss stellen 42% der Schuldner dar, obwohl sie nur 19% der Gesellschaft ausmachen. Das ist mehr das Fünffache der Gruppe der Maturanten.

Schulden Österreich Schulbildung

Gründe für Überschuldung

Werfen wir einen Blick auf die häufigsten Gründe für die Überschuldung in Österreich.

Gründe für Überschuldung

Arbeitslosigkeit führt, gemeinsam mit einer gescheiterten Selbstständigkeit, die Gründe für eine Überschuldung an. Gemeinsam machen sie einen Anteil von über 50% aus. Ein schlechter Umgang mit Geld, stellt in 20% der Fälle einen Grund für die Überschuldung dar. Die Ursachen für Schulden ähneln in Österreich also sehr denen von Deutschland.

Arten von Schulden

Häufig werden Schulden in sogenannte Primär- und Sekundärschulden aufgeteilt. Davon hast du noch nie gehört? Kein Problem! Der Unterschied ist einfach.

Primärschulden

Primärschulden sind Schulden, die massive Auswirkungen auf das Lebens des Schuldners haben. Dazu zählen beispielsweise Mietschulden, Energieschulden und Geldstrafen bzw. Bußgelder.

Mietschulden

Mietschulden sind, deshalb problematisch, weil der Vermieter bei einem Mietrückstand fristlos kündigen kann. Er kann den Schuldner also vor die Türe setzen.

Aus diesem Grund ist es bei Mietschulden besonders wichtig, sich so schnell wie möglich mit dem Vermieter in Kontakt zu setzen und eine Rückzahlung zu vereinbaren.

Nach der Kontaktaufnahme mit dem Vermieter, sollte es darum gehen die Mietschulden möglichst schnell zu begleichen. Man sollte sich auch die Frage stellen, warum man nicht in der Lage war die Miete pünktlich zu bezahlen.

Ist das Einkommen zu gering bzw. die Miete zu hoch? In dem Fall, sollte man darüber nachdenken, sich eine billigere Wohnung zu suchen. Es kann aber auch sein, dass man es in dem Monat einfach mit den Ausgaben übertrieben hat. In dem Fall, macht es mehr Sinn den Fokus darauf zu legen, diese zu reduzieren.

Stromschulden

Für Stromschulden gilt das Gleiche wie für Mietschulden. Wenn die Leistung nicht bezahlt wird, wird sie nicht mehr erbracht. Man sitzt also nach einer gewissen Zeit im Dunkeln.

Auch hier ist es wichtig, sich schnellstmöglich mit dem Energielieferanten in Verbindung zu setzen und eine Rückzahlung der Schulden zu vereinbaren.

In weiterer Folge ist es sicherlich sinnvoll sich Gedanken darüber zu machen, ob es nicht vielleicht einen billigeren Stromanbieter gibt, oder ob man im Haushalt Energie einsparen kann.

Geldstrafen

Strafe

Wenn man vor Gericht zu einer Geldstrafe verurteilt wurde, muss man diese in der entsprechenden Frist bezahlen. Ansonsten droht das Gefängnis. Ja. Wirklich. Der Staat ist kein besonders geduldiger Gläubiger. Anstatt dir die bösen Männer vorbeizuschicken, schickt er dich zu den bösen Männern.

Wenn man nicht in der Lage ist die Strafe zu bezahlen, kann man die Geldstrafe, unter gewissen Vorraussetzungen, in gemeinnützige Arbeit umwandeln. In dem Fall arbeitet man die Strafe ab, anstatt sie abzusitzen. Definitiv die „gemütlichere“ Möglichkeit.

Auch hier gilt es aktiv zu werden und sich schnellstmöglich mit dem entsprechenden Ansprechpartner in Verbindung zu setzen.

Sekundärschulden

Primärschulden gefährden also unmittelbar die körperliche oder seelische Existenz. Für Sekundärschulden gilt das nicht. Hierbei handelt es sich um alle Schulden, die keine Primärschulden sind. Beispiele dafür sind Bankschulden, Telekommunikationsschulden, oder Privatschulden.

Wichtig ist es zu bedenken, dass auch Sekundärschulden zurückgezahlt werden müssen. Gläubiger wollen ihr Geld zurück. Nach entsprechenden Mahnungen und Kontaktversuchen, wird dir im schlimmsten Fall jemand vorbei geschickt, der dann diverse Dinge, aus deiner Wohnung mitnimmt. Stichwort „Zwangsvollstreckung“. Die mitgenommenen Dinge werden dann verkauft. Der Erlös wird zum tilgen der Schulden verwendet.

Wir halten fest: Tilge deine Schulden so schnell wie möglich – egal ob Primär- oder Sekundärschulden. Kredite für den Hauskauf oder für die Unternehmensgründung können eine Ausnahme dieser Regel sein.

Verjährung von Schulden

Schulden können verjähren. Je nach Land gibt es hier unterschiedliche Zeiten, bis zur Verjährung. In Deutschland verjähren Mietschulden beispielsweise nach drei Jahren.

Ganz so einfach wird es dem Schuldner allerdings nicht gemacht. Die Verjährungsfrist kann, durch gerichtliche Mahnbescheide, deutlich verlängert werden.

Zu einer weiteren Verlängerung kommt es, wenn der Gläubiger einen Schuldtitel vorweisen kann. Dabei handelt es sich um eine offizielle Bestätigung einer Schuld. In dem Fall verlängert sich die Verjährungsfrist auf 30 Jahre.

Es ist also nicht empfehlenswert seine Schulden einfach „aussitzen“ zu wollen und auf ihre Verjährung zu warten. In der Regel versucht ein Gläubiger vor Ablauf der First, beispielsweise durch Zwangsvollstreckungen, an sein Geld zu kommen.

Überschuldung: Wenn Schulden ein Problem werden

Wir haben bereits besprochen, dass Schulden an sich nichts Schlechtes sind. Es kann auch gute Schulden geben. Definitiv zum Problem werden Schulden, wenn man nicht mehr in der Lage ist, sie zurückzuzahlen. Diesen Zustand nennt man Überschuldung.

Schlechter Umgang mit Geld ist ein häufiger Grund für die Überschuldung der jüngeren Altersgruppe. Gerade Jugendliche kaufen sich häufig Konsumgüter, die sie sich in Wahrheit nicht leisten können. Häufig verlieren sie dabei den Überblick über ihre Einnahmen bzw. Ausgaben.

Die Folgen einer solchen Überschuldung, können enormen psychischen Druck auf den Schuldner ausüben, der sich negativ auf dessen Gesundheit auswirken kann.

Wer überschuldet ist, muss in der Regel seine Besitztümer verkaufen und regelmäßige Ausgaben zurückschrauben. Man muss also seinen Lebensstandard senken.

Ein häufiger Grund für eine Überschuldung, ist die sogenannte „Schuldenfalle“.

Schuldenfalle

Die Schuldenfalle ist eine Zahlungsverpflichtung, die ein erhöhtes Potential hat, zur Überschuldung zu führen.

Ein Beispiel für die klassische Schuldenfalle ist ein Vertrag, mit einer langen Laufzeit und keiner Möglichkeit, zu einer vorzeitigen Kündigung. Auch wenn es beim Vertragsabschluss keine finanziellen Probleme gibt, können diese später sehr wohl auftreten. Das klassische Beispiel hierfür ist der Jobverlust. Wenn das Gehalt wegfällt, fällt es vielen Menschen schwer all ihren Zahlungsverpflichtungen nachzugehen. Das Geld reicht einfach nicht aus. Wir erinnern uns: (plötzliche) Arbeitslosigkeit ist eine der häufigsten Ursachen für Schulden von Erwachsenen.

Du siehst schon: Man kann auch ganz unverhofft und unerwartet in eine Schuldenfalle rutschen und in finanzielle Schieflache geraten. Wie geht es dann weiter?

Was tun bei Schulden?

Wenn die Schulden Überhand nehmen und man sich nicht mehr zu helfen weiß, bleibt einem nur eine Möglichkeit: die Schuldnerberatung. Dort arbeiten Profis, die dir dabei helfen dein Leben und deine Finanzen in den Griff zu bekommen.

Es ist auch überhaupt keine Schande, sich an solche Stellen zu wenden und deren Hilfe in Anspruch nehmen. Wenn dich jemand verklagt, gehst du auch zu einem Anwalt. Genauso wie du zu einem Arzt gehst, wenn du krank bist.

Kredit zur Tilgung von Schulden?

Hin und wieder liest man, dass es sinnvoll sei, einen Kredit für die Begleichung von Schulden aufzunehmen.

Ich sehe das in der Regel nicht so. Mit einem Kredit nimmst du neue Schulden auf, um alte zurückzuzahlen. Dein ursprüngliches Problem ändert sich nicht. Du verschiebst dessen Lösung nur in die Zukunft.

Es gibt allerdings eine Situation, in der es sinnvoll sein könnte einen Kredit zur Tilgung von Schulden aufzunehmen. Diese Situation tritt dann ein, wenn die Konditionen, des neuen Kredits, besser sind, als die der aktuellen Schulden. In einem solchen Fall, kann die Verlagerung der Schulden sinnvoll sein.

Einfaches Beispiel gefällig? Du hast 300.000€ Schulden und musst für diese Zinsen von neun Prozent jährlich bezahlen. Im ersten Jahr würden so allen für die Zinsen schon 27.000€ benötigt werden. Da ist aber noch kein Cent der eigentlichen Schuld getilgt.
Wenn du die Möglichkeit hättest, einen Kredit über diese Summe, zu einem Zinssatz von 2% zu bekommen, wären die Zinsen deutlich niedriger. Um genau zu sein, würde die Zinssumme im ersten Jahr „nur“ 6.000€ betragen. Das restliche Kapital, könntest du zur Tilgung deiner Schulden verwenden. Langfristig führen diese geringeren Zinsen dazu, dass man seine Schuld wesentlich schneller begleichen kann, als es mit höheren Zinssätzen der Fall wäre.

Ob eine „Umschuldung“ in einem konkreten Fall Sinn macht, sollte man immer mit Experten besprechen. Da hier jeder „Fall“ ein ganz spezifischer, mit eignen Vorraussetzungen ist, gibt es leider keine pauschal gültige Antwort.

Privatinsolvenz

Wenn sich mit Gläubigern keine Einigung erzielen lässt, bleibt einem als letzte Möglichkeit die Insolvenz.

In diesem Fall wird einem ein Insolvenzverwalter zugeteilt. Dieser wird das gesamte pfändbare Vermögen zu Geld machen und dieses zur Tilgung von den Schulden verwenden.

In weiterer Folge, wird dann auch ein Teil des Einkommens einkassiert, um die Förderungen von Gläubigern zu erfüllen.
Nach dem Ablauf einer entsprechenden Frist, von mehreren Jahren, gilt die Schuld dann als beglichen, auch wenn nicht der volle Betrag zurückerstattet werden konnte.

Du siehst schon: Die Insolvenz ist wirklich nicht schön. Dabei handelt es sich um einen langen Weg, der sehr anstrengend ist. Deshalb sollte es sich bei dieser immer um den letzten Schritt handeln.

So verhinderst du die Überschuldung

Mit der Überschuldung ist es wie mit dem Übergewicht. Wenn man erst einmal zu viele Kilos hat, ist die Reduktion ziemlich schwer. Mit den Schulden verhält es sich leider ähnlich.

Am einfachsten ist es daher, gar nicht erst in eine Überschuldung hineinzurutschen. Dafür habe ich folgende Tipps.

Führe ein Haushaltsbuch!

Schulden tilgen oder Investieren?

Man kauft sich zwar hin und wieder den einen oder anderen Pullover, ein Videospiel, oder geht gerne essen. Aber wie viel kostet das im Jahr? Davon haben die meisten kaum eine Vorstellung. Meistens tendiert man dazu, diese Ausgaben zu unterschätzen.

Die Überschuldung vermeidet man am besten, wenn man darauf achtet, dass die Ausgaben die Einnahmen nicht übersteigen. Dafür ist es wichtig zu wissen, wie hoch diese überhaupt sind. Hier hilft ein Haushaltsbuch.

Dort trägt man, in regelmäßigen Abständen, seine Ausgaben und Einnahmen ein. Dadurch erhält man einen guten Überblick über seine Finanzen. Zusätzlich wird man so auf Möglichkeiten finden, um Geld zu sparen.

Für dieses Haushaltsbuch, kann man eine simple Tabellenkalkulation verwenden. Für Excel gibt es hier auch viele gute Vorlagen. Wenn du das ganze lieber noch ein bisschen schöner aufbereitet haben möchtest, gibt es dafür auch gute und preiswerte Apps.

Ich selbst trage meine Einnahmen und Ausgaben einmal im Monat in eine entsprechende App ein. So bin ich immer auf einem aktuellen Stand und kann den Überblick über meine Finanzen behalten. Ein schöner Nebeneffekt dabei: Allein durch das Aufschreiben, wird man dazu motiviert seine Ausgaben zu beschränken, was in weiterer Folge langfristig zu einem spürbaren Anstieg des eigenen Vermögens führt. Das ist ein Schritt, der weg von den Schulden und hin zur finanziellen Freiheit führt.

Zahle Miete, Neben- und Stromkosten!

Solltest du mal ein bisschen knapper bei Kasse sein und noch Rechnungen oder gar Mahnungen bezahlen müssen, ist es am wichtigsten die primären Schulden zuerst zu bezahlen. Auch dann wenn andere Gläubiger vielleicht mehr Druck machen.

Wie oben bereits erwähnt, kann es bei Nichtbezahlung dazu kommen, dass man seine Wohnung verliert, oder der Strom abgestellt wird. Auch sekundäre Schulden sind blöd und nicht zu vernachlässigen. Die Begleichung der primären Schulden, sollte dennoch Priorität haben.

Am besten ist es die Überweisung der wichtigen Fixkosten zu automatisieren. Du kannst dafür beispielsweise einen Dauerauftrag einrichten und diese Kosten gleich nach dem Eingang von deinem Gehalt begleichen. So kommst du diesbezüglich nie in Zahlungsschwierigkeiten.

Denken bevor man kauft!

Shoppen ist nicht lebenswichtig. Sorry to say, aber so ist es halt. Wenn du wirklich Geldprobleme hast, solltest du auf diesen „Luxus“ verzichten. Man braucht keine 50 Hosen und über die Sinnhaftigkeit, von einem dritten Paar weißer Schuhe, lässt sich zumindest streiten.

Gerade beim „Shoppen“ macht es Sinn sich vor dem Weg zur Kassa Gedanken zu machen. Denke nach, ob du das Ding in deiner Hand wirklich brauchst und ob es dich glücklich macht. Vermutlich hast du in deinem Leben, genau wie ich, schon viele Dinge gekauft, auf die diese beiden Punkte nicht zu treffen.

In der heutigen Konsumgesellschaft, werden wir dazu verleitet Dinge zu kaufen, ohne über deren wahren Nutzen für uns nachzudenken. Dabei ist weniger Besitz meistens sogar mit mehr Glück und Freiheit verbunden. Daher auch die Redewendung: „Weniger ist mehr!“

„Schnäppchen geben dir das Gefühl, heute etwas kaufen zu müssen, von dessen Existenz du gestern noch gar nichts wusstest!“

Auch wenn es schwierig ist, sollte man sich nicht von vermeintlichen Schnäppchen locken lassen, die uns das Gefühl geben heute etwas kaufen zu müssen, von dessen Existenz wir gestern noch gar nichts gewusst haben. Aus diesem Grund habe ich beispielsweise alle Newsletter, die ich vorher regelmäßig bekommen habe und die mich immer wieder zum Kauf von irgendwelchen Konsumgütern bewegt haben, abbestellt. Sie verleiten nur zu unnötigen Konsum und fressen dabei noch meine Zeit.

Preise vergleichen

Gerade bei größeren und häufigen Ausgaben, macht es Sinn die Preise von unterschiedlichen Produkten zu vergleichen. Oft bekommt man das gleiche Produkt in einem anderen Geschäft billiger. Vor allem bei größeren Anschaffungen, lässt sich durch diese Preisvergleiche schnell relativ viel Geld sparen.

In Bar bezahlen

Als letzten Tipp für das Thema Einkaufen, möchte ich die Bezahlung mit Bargeld anführen. Durch die Verwendung von „echten“ Scheinen und Münzen, bekommt man ein wesentlich besseres Gefühl für seine Ausgaben, als es mit einer Bankomat- oder Kreditkarte der Fall ist. Auch so wird man, unbewusst, sparsamer.

Kuvert Methode

Diese Methode eignet sich besonders für Haushalte, die knapp kalkulieren müssen. Hier wird am Monatsanfang der verfügbare Betrag vom Konto abgehoben und auf vier Kuverts aufgeteilt. Jedes Geldkuvert steht für eine Woche des Monats. Es darf in dieser Woche lediglich das Geld ausgegeben werden, dass sich in diesem Geldkuvert befindet.

Durch diesen Trick, kann man wirklich viel Geld sparen.

Überziehe dein Konto nicht!

Zum Schluss möchte ich dir einen offensichtlichen Tipp geben, der gerade von jüngeren Menschen oft nicht eingehalten wird: Überzieh dein Konto nicht!

Die Zahl die dir in deiner Bank App angezeigt wird, muss immer schwarz sein! Immer. Ohne Ausnahme.

Wenn du dir etwas kaufen willst, aber momentan nicht genug Geld dafür hast, dann musst du einfach eine Zeit lang dafür sparen. Das Überziehen des Guthabens, ist der Beginn einer Abwärtsspirale, die schon für viele Menschen ein wirklich bitteres Ende genommen hat.

Die Zinssätze, die man für das Überziehen des Kontos bezahlt, gehören zu den höchsten, die es gibt. Während du für dein Guthaben so gut wie keine Zinsen bekommst, darfst du für das Überziehen deines Kontos ordentlich zahlen. Zinssätze um die 10% sind hier keine Seltenheit. Das ist schlicht und einfach verschenktes Geld. Bevor du es deiner Bank schenkst, spende es lieber. Da hast du zumindest die Gewissheit etwas gutes zu tun.

Fazit

Schulden sind eine Rückzahlungsverpflichtung, an eine andere Person.

Ansich sind Schulden unproblematisch, solange der Schuldner in der Lage ist, sie fristgerecht zurückzuzahlen. Wenn die Schulden allerdings Überhand nehmen, werden sie zu einem echten Problem. Im Fall einer „Überschuldung“, sollte man sich Hilfe bei einer Schuldnerberatung suchen.

Bei primären Schulden, handelt es sich um Schulden, die sich existenziell auf das Leben des Schuldners auswirken. Ihre Rückzahlung sollte besonders im Fokus stehen.

Am besten lässt man es gar nicht erst zu einer Überschuldung komme. Dafür gibt es einige Tipps, wie die Führung eines Haushaltsbuchs, Preisvergleiche und dem Nachdenken vor dem Kauf eines Gegenstandes.

Hast du schon mal Schulden gemacht? Waren es gute oder schlechte Schulden? – Ich freue mich auf deine Antwort in den Kommentaren.

Liebe Grüße,
Philipp

Disclaimer: KEINE ANLAGEBERATUNG ODER EMPFEHLUNG: Die vom Autor dieses Artikels behandelten, ETFs, Fonds, und weitere Anlageformen, sind immer mit Risiken behaftet. Alle Texte sowie die Hinweise und Informationen stellen keine Anlageberatung oder Empfehlung dar. Sie wurden nach bestem Wissen und Gewissen aus öffentlich zugänglichen Quellen übernommen. Alle zur Verfügung gestellten Informationen (Gedanken, Prognosen, Kommentare, Hinweise, Ratschläge, etc.) dienen allein der Bildung und der privaten Unterhaltung.

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Philipp

Philipp

Philipp ist Mitte 20 und am Ende seines Medizinstudiums. Er setzt sich schon seit mehreren Jahren mit den Themen Finanzen und Geldanlage auseinander. 2019 hat Philipp sich dazu entschlossen, einen Blog über diese Themen zu starten, um auch andere Menschen zu motivieren, ihre Finanzen in die eigenen Hände zu nehmen.

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Hi, ich bin Philipp!

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Ich bin Mitte 20 und studiere Medizin. Auf meinem Blog findest alles rund um die Themen finanzielle Freiheit und Geldanlage!

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