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PHInanzielle Freiheit

Nimm dein Geld in deine Hände!

In diesem Artikel werfen wir einen Blick darauf ob es besser ist seine Schulden zu tilgen oder das Geld dafür zu nutzen, um zu investieren.
Schulden tilgen oder Investieren?

Inhalt

Grundlegendes zu Schulden und Tilgung

Schulden sind nichts Böses!

Der Begriff „Schulden“ ist in der deutschen Sprache negativ belastet. Viele Menschen würden ohne zu zögern behaupten, dass es wichtig ist keine Schulden zu haben und man darauf bedacht sein sollte, keine zu machen.

Man sollte das Thema differenzierter sehen. Grob betrachtet gibt es in erster Linie zwei Arten von Schulden. Auf der einen Seite stehen Konsumschulden, auf der anderen, Schulden die mit dem Ziel gemacht werden, langfristig ein Vermögen aufzubauen.

Konsumschulden

Konsumschulden nimmst du auf, wenn du einen Gegenstand auf Kredit kaufst, von dem du ausgehen kannst, dass er in Zukunft an Wert verlieren wird. Beispiele hierfür sind Fernseher, Autos, oder Handys.

Diese Schulden bezeichne ich als „schlechte“ Schulden, weil du dir so etwas kaufst, das du dir momentan nicht leisten kannst.

Mit Konsumschulden löst du dein Problem „zu wenig Geld“ aber nicht, sondern verschiebst es nur in die Zukunft.
Wenn man so möchte, könnte man sagen, dass du mit dieser Art von Schulden dein zukünftiges Ich bestiehlst.

Um Konsumschulden zu umgehen, solltest du vielleicht über den beliebten Spruch „Weniger ist Mehr!“ nachdenken.

Investitionsschulden

Wenn du Schulden machst, um zu investieren, kann das sinnvoll sein. Anders als bei Konsumschulden kaufst du hier, mit dem geliehenen Geld, etwas von dem du eine Wertsteigerung erwartest. Als Beispiel wären hier Immobilien anzuführen, die du kaufst, um sie direkt zu vermieten.

Du nimmst zwar Schulden auf, aber wenn alles glatt geht, wird die Kreditrate Monat für Monat durch die Einnahmen aus der Miete gedeckt. In ein paar Jahrzehnten, ist die Immobilie abbezahlt und du schuldenfrei. Durch den Kredit, konntest du also dein Vermögen steigern.

Tilgung und Sondertilgung

Vielleicht hast du schon den Begriff Sondertilgung gehört. Eine Sondertilgung ermöglicht es Kreditnehmern ihren Kredit, zusätzlich zu der normalen Kreditrate, zu tilgen. Es handelt sich dabei um eine außerplanmäßige Zahlung eines Kredits.

Was für einen Sinn hat die Sondertilgung

Wie du dir denken kannst, macht man das nicht aus Jux und Tollerei. Es gibt einige Gründe, die für Sondertilgungen sprechen.

Niedrige Zinsen nutzen

Das die Zinsen im Moment sehr niedrig sind, hast du vermutlich mitbekommen. Es gibt kaum jemanden, der noch nie von „Nullzinsen“ gehört hat.

Durch diese niedrigen Zinsen, sind Kredite momentan „billig“ zu haben. Das könnte sich in Zukunft aber ändern. Es könnte passieren, dass die Zinsen wieder ansteigen. Durch die gestiegenen Zinssätze, würden auch die Kreditraten steigen.

Es kann Sinn machen, das momentane Zinsumfeld zu nutzen, um zu versuchen den aufgenommenen Kredit möglichst schnell zu tilgen. So kann man das Risiko reduzieren, von zukünftigen Zinserhöhungen getroffen zu werden.

Laufzeit reduzieren

Auch wenn die Zinsen über die gesamte Laufzeit des Kredits stabil bleiben, kann eine Sondertilgung sinnvoll sein.

Nehmen wir an, dass du einen Kredit von 200.000€ aufgenommen hast und dafür, über eine Laufzeit von 30 Jahren, jährlich 3% Zinsen bezahlst.
In diesem Fall würdest du 103.554,90 € an Zinsen für diesen Kredit bezahlen. (Zur Berechnung)

Schauen wir uns an, was passieren würde, wenn du es durch diverse Sondertilgungen schaffen würdest, den Kredit schon nach 20 Jahren zurückzuzahlen.

Durch die früher Rückzahlung, betragen die von dir zu zahlenden Zinsen „nur“ mehr 66.206,85€. Du hast dir durch die Sondertilgungen circa 35.000€ gespart. Das ist immerhin ein anständiges Jahresgehalt.

Das Ganze funktioniert wegen dem Zinseszinseffekt. Für diesen sind zwei Parameter von besonderer Bedeutung. Der erste dieser Parameter ist der Zinssatz. Diesen können wir in dem Beispiel nicht verändern. Er liegt bei 3% unabhängig davon wie schnell wir den Kredit zurückzahlen.
Der zweite Parameter ist die Zeit. Je länger der Zinseszins wirkt, desto höher wird eine entsprechende Summe. Bei der langfristigen Geldanlage ist der Zinseszins unser bester Freund. Bei Krediten spielt er allerdings nicht auf unserer Seite.

Sondertilgung: Darauf solltest du achten

Lebenssituation

Wie bei allen Überlegungen rund um die persönlichen Finanzen, spielen die eigenen Lebensumstände auch bei der Sondertilgung eines Kredits eine wichtige Rolle.

Es ist sicherlich nicht sinnvoll jeden gesparten Euro für Sondertilgungen zu verwenden. Manchmal braucht man neue Möbel, eine Reparatur oder ein neues Auto. Deshalb ist es immer wichtig entsprechende Rücklagen (Stichwort: „Notgroschen“) zu bilden.

 

Vereinbarung

Wer einen Kredit aufnimmt, unterschreibt einen Vertrag bei der Bank. Dort ist alles Mögliche geregelt. Auch die Sondertilgungen.

Je nach Bank gibt es gewisse Vorgaben bis zu welchem Anteil des Kredits Sondertilgungen möglich sind. Es lohnt sich hier durchaus sich genauer damit zu beschäftigen und die eine oder andere private Berechnung anzustellen.

Schulden tilgen oder investieren: ein Praxisbeispiel

Kommen wir zurück zum ursprünglichen Thema des Artikels. Ist es sinnvoller Schulden zu tilgen, oder das zusätzliche Geld zu investieren?

Pauschal lässt sich diese Frage natürlich nicht beantworten. Deshalb habe ich mir ein konkretes Beispiel ausgedacht. Mit Hilfe von diesem, werden wir ein paar Berechnungen machen und darüber nachdenken, welche Entscheidung die bessere ist.

Ausgangssituation

Schulden tilgen oder Investieren?

Für unser Beispiel nehmen wir Thomas und seinen besten Freund Fabian her. Beide arbeiten in der gleichen Firma und haben das gleiche Einkommen. Sie sind 30 Jahre alt und möchten, jeweils eine Immobilie kaufen, um sie zu vermieten. Von den Mieteinnahmen erwarten sie sich, dass sie die Kreditrate zum Großteil decken.

Um sich diese Immobilie leisten zu können, müssen beide einen Kredit von 100.000€ aufnehmen. Dafür müssen sie bei einer Laufzeit von 25 Jahren 2% Zinsen pro Jahr bezahlen. Das bedeutet eine monatliche Kreditrate von 424€. Die, für diesen Kredit, zu bezahlenden Zinsen bei der vollen Laufzeit liegen bei circa 27.000€. (Zur Berechnung)

Nachdem beide recht gut verdienen und sich mit den Grundlagen des Sparens beschäftigt haben, bleiben ihnen nach den Ausgaben für den Lebensunterhalt, Kreditzinsen und der Bildung von Rücklagen 500€ übrig.

Thomas möchte diese 500€ für das Tilgen der Schulden zu nutzen, während Fabian darüber nachdenkt das Geld lieber zu investieren.

An einem Abend treffen sie sich und besprechen ihre Strategien und diskutieren welches Vorgehen besser geeignet ist. Dafür stellen sie einige Rechnungen an, die wir uns jetzt anschauen.

Schulden tilgen oder investieren: Szenarien

Szenario Schuldentilgung

Thomas möchte die 500€ zum Tilgen der Schulden verwenden. Somit könnte er seine Kreditrate von 424€ auf 924€ im Monat erhöhen. Dadurch wäre er in der Lage den Kredit bereits nach 10 Jahren zurückzubezahlen.

Er rechnet Thomas vor, dass die gesamten Zinsen bei dieser schnelleren Rückzahlung nicht mehr 27.000€, sondern nur noch 10.000€ betragen. Durch die Sondertilgungen, würde sich Thomas also 17.000€ sparen. (zur Berechnung)

Das ist ein anständiger Betrag. Aber ist dieses Szenario das beste? Fabian denkt, dass dem nicht so ist und versucht Thomas seine Ansicht näher zu bringen.

Szenario Investition

Fabian erklärt Thomas, dass es durch das Anlegen von Geld möglich ist, eine höhere Rendite zu erzielen, als Zinsen für den Kredit anfallen. Demnach wäre es also besser das Geld für das Investieren, als für das Tilgen von Schulden zu verwenden. Thomas versteht das nicht ganz, weshalb Fabian ein Beispiel bringt.

Das geträumte Konto

In diesem Beispiel geht Fabian von einem normalen Tagesgeldkonto aus, das für das Guthaben 2,5% Fixzinsen anbietet.

Wenn man für 25 Jahre monatlich 500€ auf das Konto legen würde, hätte man am Ende Zinsen von 54.753,15€ erzielt. (zur Berechnung)

Fabian rechnet Thomas stolz vor, dass die Ersparnis durch die Sondertilgung bei 17.000€ lag. In der gleichen Zeit, würde er durch die Anlage auf dem Bankkonto also um circa 37.000€ (54.000€-17.000€) besser aussteigen.

Das echte Konto

Thomas versteht jetzt das Prinzip. Er weißt Fabian aber darauf hin, dass er keine Bank finden wird, die ihm 2,5% Zinsen für seine Einlagen bezahlt. Viel realistischer wären Zinssätze von 0,1%. Thomas rechnet Fabian jetzt vor, wie es mit realistischeren Zinssätzen aussehen würde.

Dort würden die Zinsen nach 25 Jahren nämlich nur 1.892,38€ betragen, also weit weniger als mit den Fantasiezinssätzen, von der vorigen Rechnung. Demnach wäre die Anlage auf dem Bankkonto der Sondertilgung, um fast 15.000€ unterlegen.

ETF und passives Investieren

Fabian ist ein fleißiger Leser meines Blogs. Deshalb ist ihm klar, dass es in Zeiten von niedrigen Zinsen deutlich bessere Geldanlagen gibt, als das Bankkonto. Auch ist er sich darüber im klaren, dass das Bankkonto bei Weitem nicht so sicher ist, wie das von der Allgemeinheit vermutet wird.

Düster erinnert sich Fabian an einen Artikel über passives Investieren. Dort werden breit diversifizierte ETFs für den langfristigen Vermögensaufbau empfohlen. Wie sieht es hier mit der Rendite aus?

Wenn du gerade nur Bahnhof verstanden hast und nichts über passives Investieren, ETFs oder Indizes weißt, dann ist das kein Problem. Ich habe einen kostenlosen Leitfaden geschrieben, der dir den Start in die passive Geldanlage erleichtern soll.

Ich zeige dir, wie auch du langfristig und ohne großen Aufwand ein Vermögen aufbauen kannst!

Du wirst dich wichtigsten Infos über ETFs bekommen und so in der Lage sein, eigene Investment-Entscheidungen zu treffen.

In dem Leitfaden gehe ich darauf ein, welche Kriterien ein „guter“ ETF unbedingt erfüllen muss.

Am Ende des Leitfadens, findest du eine Schritt für Schritt Anleitung, damit deinem Beginn als passiver Investor nichts mehr im Weg steht!

Optimistische Rendite

Nach einer kurzen Recherche, finden die beiden die durchschnittliche Rendite des MSCI World Index, in dem man mit ETFs investieren kann. Sie lag in der Vergangenheit durchschnittlich bei 7,2% im Jahr. Diese Jahresrendite ist schon sehr beachtlich und Fabian nimmt diesen Wert für die Berechnung eines optimistischen Szenarios.

Der Gewinn in diesem Szenario, beträgt 191.729,17€, verglichen mit den 17.000€ vom Sparbuch, ist das natürlich enorm. (Zur Berechnung)

Realistische Rendite

Beide Freunde sind sich aber darüber im Klaren, dass so hohe Renditen in Zukunft zwar möglich sind, aber keineswegs garantiert. Sie wollen das Ganze also etwas konservativer berechnen.

Aus diesem Grund reduzieren sie die durchschnittliche Jahresrendite auf 5%. In diesem Szenario läge der Gewinn bei 108.045,33€. (Zur Berechnung)

Dieses Resultat ist zwar niedriger als bei 7,2%, aber immer noch viel höher als 17.000€.

 

Fabian ist begeistert, Thomas skeptisch. Auf den ersten Blick wird man sich nach diesen Berechnungen eher auf Fabians Seite stellen wollen. Seine Strategie geht am Ende als „Gewinner“ hervor.

Thomas hat allerdings einen berechtigten Einwand. Wer in Aktien investiert (nichts anderes tut man mit einem ETF), geht ein gewisses Risiko von Kursschwankungen ein. Außerdem ist es nicht wirklich möglich eine Rendite für die Zukunft vorhersagen zu können. Gerade das Corona-Virus hat vor Kurzem gezeigt, dass immer etwas unerwartetes passieren kann.
Die 17.000€ Ersparnis durch Sondertilgungen sind fix. Eine bessere Rendite durch eine Investition ist zwar möglich, aber nicht garantiert. Man könnte auch schlechter abschneiden.

Wer hat Recht?

Schulden tilgen oder investieren: Allgemeine Überlegungen

Zahlen und Fakten

Das Problem bei allen Berechnungen

Für solide Berechnungen, brauchen wir solide Zahlen. Diese solide Zahlen gibt es aber oft nicht. Viele Kredite haben keine Fixzinsen, sondern variable Zinssätze. Wie sich diese in den nächsten 25 Jahren entwickeln, lässt sich unmöglich vorhersagen. Variable Zinsen machen die Berechnung schon unsicher. Gleiches gilt für mögliche Renditen aus Investitionen. Auch für diese gibt es keine Garantie.

Aus diesem Grund sollte man bei seinen Schätzungen und Erwartungen immer mit einer Sicherheitsspanne rechnen.

Wann das Tilgen besser ist als Investieren

Erinnern wir uns: Die Sondertilgung ist eine risikolose Geldanlage, die unter Umständen akzeptable Renditen bringt.

Je höher die Zinsen eines Kredits sind, desto eher macht eine Sondertilgung Sinn. Vor allem bei überzogenen Konten, durch Konsumschulden, braucht man sich in der Regel gar keine Gedanken darüber machen, ob eine Investition vielleicht sinnvoller wäre. Hier liegen die Zinssätze oft jenseits der 4% pro Jahr. In diesem Fall ist es definitiv besser zu tilgen!

Wann eine Investition sinnvoll sein kann

Wenn die Zinsen für den Kredit sehr niedrig sind und durch eine Investition deutlich mehr Rendite, bei überschaubaren Risiko, möglich ist, kann man darüber nachdenken, ob man lieber investiert anstatt zusätzlich Schulden zu tilgen.

Hier muss man sich aber immer im Klaren darüber sein, dass man so ein gewisses Risiko eingeht. Es könnte unter Umständen dazu kommen, dass du schlechter aussteigst, als mit Sondertilgungen.

Risiken einzugehen ist nicht unbedingt schlecht. Du musst aber wissen, worauf du dich einlässt!

Verlass dich nicht nur auf Zahlen!

Ich glaube, dass wir uns jetzt genug mit Zahlen beschäftigt haben. Ich bin kein Fan von mühsamen Berechnungen, sie sind allerdings bei Fragestellungen, rund um die Themen Finanzen und Geldanlage, unerlässlich.

Genauso wichtig, wenn nicht wichtiger, wie Zahlen ist aber die Psyche. Du musst nämlich jeden Tag mit deiner Entscheidung leben können.

Wenn sich Fabian im oberen Beispiel dafür entscheidet in einen ETF zu investieren anstatt seine Schulden schneller zu tilgen, hat er eine durchaus reale Chance am Ende der 25 Jahre besser abzuschneiden als Thomas. Der Weg dorthin ist aber keineswegs einfach.

Durch die langfristige Anlage wird Fabian den einen oder andere Kurseinbruch oder Börsencrash miterleben. Sein ETF wird sicherlich eine Zeit lang einiges an Wert verlieren. Wenn Fabian das nicht aushalten kann, dann sollte er, auch wenn das rational vielleicht besser wäre, definitiv nicht investieren.

Wir Menschen sind leider keine rationalen Wesen. Bei den meisten Entscheidungen, die wir treffen, lassen wir uns von Emotionen leiten. Das ist in manchen Situationen ein Vorteil, bei der Geldanlage allerdings definitiv nicht. Hier stehen uns Emotionen häufig im Weg. Sie gehören sicherlich zu den 8 häufigsten Fehlern bei der Geldanlage.

Um langfristig Geld zu investieren muss man vor allem zwei Vorraussetzungen mitbringen. Einerseits braucht man das nötige Wissen (deshalb auch mein Blog), gleichzeitig muss man aber auch eine gewisse Selbstdisziplin entwickeln und seine Gefühle im Zaum halten.

Anderer Mensch, anderer Umgang mit Emotionen

Mit Emotionen und Gefühlen kann nicht jeder gleich gut umgehen.

Im Zuge des Corona-Virus, sind die Aktienkurse ziemlich eingebrochen. Mein Depot hat zwischenzeitlich über 30% an Wert verloren. Ein Drittel war also von einem Tag auf den anderen weg. Ich war überzeugt davon, dass es nach diesem Rücksetzer wieder nach oben geht und bin deshalb nicht nur ruhig geblieben, sondern habe weiter investiert, um von den niedrigen Einstiegskursen zu profitieren.

Ein Freund von mir verfolgt eine ähnliche Strategie. Er war zwar nicht besonders nervös, hat sich aber auch nicht getraut zusätzlich Geld zu investieren. Er hat also seine Aktien gehalten, aber war zu ängstlich, um weitere Anteile zu kaufen. Auch sein Verhalten eignet sich vermutlich für langfristige Investitionen.

Anders ging es einem weiteren Freund. Er war zwar immer ein Fan vom passiven Investieren und war auch überzeugt davon, dass er bei fallenden Kursen ruhig bleibt. Immer wieder hat er davon geredet, dass er sich in Wahrheit auf den nächsten Crash freut, weil er dann die günstigen Kurse nutzen kann, um langfristig zu profitieren.
Dann war der Crash plötzlich da. Auch sein Depot ist ziemlich eingebrochen. Er konnte nicht mehr gut schlafen und hat sich die ganze Zeit Sorgen, um das von ihm eingesetzte Kapital gemacht. Leider musste er sich eingestehen, dass er momentan aufgrund seiner Psyche und seinen Emotionen nicht in der Lage ist, um langfristig Geld zu investieren.

Investieren ist Kopfsache!

Kommst du damit klar, wenn dein Depot eine Zeit lang deutlich an Wert verliert? Wenn ja, dann können langfristige Investitionen für dich sinnvoll sein.

Falls du damit nicht klar kommst, ist das auch kein Problem. Du bist deswegen nicht dümmer, oder schlechter als irgendjemand anderes. In diesem Fall solltest du allerdings von Investitionen absehen.

Viel wichtiger als jeder Geldbetrag ist es, gut schlafen zu können. Manche Menschen können das mit hohen Schulden, die sie aufgenommen haben um sich Wohnungen zu kaufen, die sie vermieten. Ein anderer macht kein Auge mehr zu, wenn sein Konto 10€ im Minus ist und bekommt deshalb 3 Mal am Tag einen Nervenzusammenbruch.

Ob es besser ist Schulden schneller zu tilgen oder das zusätzliche Geld zu investieren, ist also nicht nur eine Frage von harten Zahlen, sondern genauso von der eigenen Persönlichkeit und Risikotoleranz.

Schulden tilgen oder investieren: Fazit

Es kann unter Umständen sinnvoll sein zu investieren, anstatt sich darauf zu fokussieren seine Schulden so schnell wie möglich zu tilgen.
Einerseits kommt es hier auf Berechnungen an. Andererseits spielt die eigene Persönlichkeitsstruktur hier aber auch eine wichtige Rolle.

Eine möglichst schnelle Tilgung ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Zinssätze hoch sind. Ein Beispiel dafür wäre ein überzogenes Konto.

Wenn man einen Kredit mit günstigen Konditionen und niedrigen Zinsen hat, kann es sinnvoll sein zusätzliches Geld für das Investieren zu verwenden, anstatt damit zusätzliche Schulden zu tilgen.

Beim Investieren, ist es wichtig sich mit dem Risiko und der eigenen Risikotoleranz zu beschäftigen. Wenn du dir den ganzen Tag Sorgen aufgrund deiner Schulden machst, ist es am besten, wenn du versuchst sie so schnell wie möglich los zu werden. Kein Geld der Welt ist es wert, nicht mehr gut schlafen zu können.

Falls du kein Problem mit (überschaubaren) Risiken hast, kann es unter Umständen Sinn machen Geld zu investieren, obwohl man Schulden hat, die man tilgen könnte. Wichtig ist es hierbei allerdings nicht auf hochriskante Spekulationsgeschäfte oder Anlageklassen zu setzen. Das kann zwar super laufen, aber auch in die Hose gehen.

Wofür sich Thomas bzw. Fabian entscheiden, hängt also nicht nur von Kalkulationen ab, sondern auch von ihrer Bereitschaft Risiken einzugehen.

Was denkst du? Wie würdest du handeln, wenn du Thomas bzw. Fabian wärst? Die Schulden möglichst schnell tilgen, oder das Geld lieber für Investitionen verwenden?
Ich freue mich auf deine Antwort in den Kommentaren!

Liebe Grüße,
Philipp

Disclaimer: KEINE ANLAGEBERATUNG ODER EMPFEHLUNG: Die vom Autor dieses Artikels behandelten, ETFs, Fonds, und weitere Anlageformen, sind immer mit Risiken behaftet. Alle Texte sowie die Hinweise und Informationen stellen keine Anlageberatung oder Empfehlung dar. Sie wurden nach bestem Wissen und Gewissen aus öffentlich zugänglichen Quellen übernommen. Alle zur Verfügung gestellten Informationen (Gedanken, Prognosen, Kommentare, Hinweise, Ratschläge, etc.) dienen allein der Bildung und der privaten Unterhaltung.

Philipp

Philipp

Philipp ist Mitte 20 und am Ende seines Medizinstudiums. Er setzt sich schon seit mehreren Jahren mit den Themen Finanzen und Geldanlage auseinander. 2019 hat Philipp sich dazu entschlossen, einen Blog über diese Themen zu starten, um auch andere Menschen zu motivieren, ihre Finanzen in die eigenen Hände zu nehmen.

2 Antworten

  1. Hallo Philipp,
    meiner Meinung ein sehr gutes Blog-Thema. In Deiner Berechnung hast Du jedoch meines Erachtens einen Punkt nicht in die Berechnung fliessen lassen. Nachdem Thomas die Immonbilie bereits nach 10 Jahren getilgt hat, fliesst ihm der Cashflow (Mieteinnahme) der Wohnung zu, den er wiederum investieren koennte. In dieser Zeit muss Fabian jedoch weiterhin seinen Kredit bedienen. Es fehlt m.E. somit die ganzheitl. Berechnung der Gegenfinanzierung.
    Viele Gruesse Thomas

    1. Lieber Thomas,

      danke für diesen wirklich wichtigen Einwand! Das habe ich in meiner Berechnung tatsächlich vergessen. Ich werde den Blogartikel so schnell wie möglich in diese Richtung überarbeiten. 🙂

      Es ist schön, wenn man kritische Leser hat, die einen auf eigene Fehler hinweisen. Danke dafür!

      Liebe Grüße,
      Philipp

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