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Physische Replikation

Wieso ist es so leicht mit dem Kauf von einem ETF einen ganzen Index, der teilweise aus weit über 1000 Aktien besteht, abzubilden? Wie funktioniert das Ganze? Wie wird entschieden, welche Aktien gekauft werden? In diesem Teil widmen wir uns der physischen Replikation, im nächsten Artikel wird die synthetische erläutert.

Was versteht man unter Replikation?

Unter Replikation versteht man die Nachbildung eines Index. Dieses „Kopieren“, ermöglicht es einem Privatanleger überhaupt passiv Geld zu investieren.
Für die Index-Nachbildung gibt es verschiedene Methoden, die wir uns in diesem und im nächsten Artikel anschauen.

Physische Replikation – „Drinnen ist was drauf steht!“

Die physische Replikation ist die einfachere Möglichkeit einen Index abzubilden.
Hier werden die Aktien einfach in der Gewichtung, wie sie in dem Index sind, nachgekauft. (sie sind also „physisch“ im Besitz des ETFs).

Es gibt zwei Ansätze, um einen Index physisch abzubilden: die vollständige Replikation und das optimierte Sampling.

Vollständige Replikation

Wie die vollständige Replikation funktioniert, steht im Endeffekt schon in der Einleitung.
Es ist wie am Beitragsbild: Wir wollen Nudeln fürs Essen haben, also müssen wir diese Nudeln auch kaufen.

Der ETF kauft mit dem Geld der Anleger Aktien von jeder Firma, die im Index enthalten ist.
Wenn ein vollständig replizierender ETF den DAX (größte deutsche Unternehmen) abbilden möchte, muss er also Aktien von den 30 größten deutschen Unternehmen kaufen.

Damit haben wir die vollständige Replikation auch schon verstanden. Läuft eigentlich ziemlich logisch ab.

Optimiertes Sampling

Weil es Indizes gibt, die weit über 1000 Aktien umfassen, ist es aufgrund der Transaktionsgebühren, auch für ETF-Betreiber, relativ teuer eine genaue Gewichtung zwischen den einzelnen Werten herzustellen. (hierfür wären regelmäßig sehr viele Käufe/Verkäufe zu tätigen, was die Gebühren in die Höhe treiben würde)

Deshalb wird, bei ETFs die große Indizes abbilden, häufig das sogenannte optimierte Sampling verwendet. Dabei wird versucht die Entwicklung des gesamten Index mit einer Stichprobe aus dem Index („Sample“) abzubilden.

„Das kann doch gar nicht funktionieren. Wie soll man denn wissen, wie sich die Aktien, die beim Sampling nicht gekauft werden, entwickeln?“
Natürlich wird auch hier ein großer Teil der Aktien, die im Index vorkommen, tatsächlich gekauft. Es werden aber zum Beispiel die Aktien, die nur noch einen minimalen Anteil eines Index ausmachen und somit kaum Einfluss auf die Rendite haben, weggelassen.

Es stimmt aber, dass sich beim optimierten Sampling, der Index und der ETF nicht genau gleich entwickeln.
Den Unterschied zwischen der Entwicklung des ETFs und seines Index, nennt man „Tracking-Error“. Dieser ist eines der Auswahlkriterien, auf die du bei der Investitionsentscheidung in einen ETF immer achten solltest. Im Idealfall sollte der Tracking-Error logischerweise möglichst klein sein, sonst würde der Index nicht ordentlich nachgebildet werden.

In diesem Video, werden dir die beiden Arten der physischen Replikation nochmals erklärt.

Damit hätten wir die Grundlagen der physischen Replikation geklärt. Was man unter synthetischer Replikation versteht und wie diese funktioniert schauen wir uns im nächsten Blogeintrag an. Dort gibt es dann auch eine kurze Zusammenfassung und mein persönliches Fazit.

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