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P2P Kredite und das Risiko

Heute ist eine Anlage in P2P Kredite noch riskanter, als vor weniger Monaten! Hier findest du die 10 wichtigsten und gefährlichsten Risiken von P2P Krediten.

Das P2P Kredite, definitiv zu den Anlageklassen mit einem hohen Risiko gehören, weißt du vermutlich schon. Schauen wir uns zusammen, die 10 größten Risiken von P2P Krediten an.

1. Risiko von P2P Krediten: Erhöhung des Leitzinses

Nullzinsen als Grundlage für den Erfolg von P2P Krediten

Warum sind P2P Kredite heute so populär? Ganz einfach: Vor einigen Jahren, hast du am Bankkonto noch höhere Zinsen bekommen. Daher hattest du zumindest das Gefühl, dass das eigene Vermögen wächst. (Das war damals leider auch nicht so, weil den höheren Zinsen eine höhere Inflation gegenüberstand)

Heute bekommst du für das Geld auf deinem Bankkonto nahezu nichts mehr. „Schuld“ daran ist die sogenannte „Nullzinspolitik“.
Stell dir vor du würdest heute 6,75% Zinsen bei einer Bank bekommen. Würdest du dann über P2P Kredite nachdenken? Sicher nicht. Das Risiko dieser Kredite ist nämlich viel höher, als bei Bankguthaben.

Wir halten also fest, dass die Nullzinspolitik eine der Grundlagen für den „Erfolg“ der P2P Kredite ist.

Erhöht eine Steigerung des Leitzinses das Risiko von P2P Krediten?

P2P Kredite haben, in der Regel, kurze Laufzeiten und festgeschriebene Zinssätze. Wenn die allgemeinen Zinsen steigen, ändert das nichts an den aktuell laufenden P2P Krediten. Es wird deshalb zu keiner Häufung von Zahlungsausfällen kommen. Darüber müsstest du dir demnach also keine Gedanken machen.

Ganz so einfach ist es dann aber auch wieder nicht. Der Großteil der P2P Kredite, wird für Konsumschulden vergeben.
Ich gehe davon aus, dass diese Krediten von Menschen genommen werden, die sich ein Konsumgut zum aktuellen Zeitpunkt nicht leisten können. Warum sollten sie sonst einen Kredit dafür aufnehmen?

Man könnte es auch ein bisschen schärfer formulieren: Diese Menschen können häufig nicht mit Geld umgehen. Häufig sind Menschen, die nicht in der Lage sind mit Geld umzugehen, mehrfach verschuldet. Einige Leben wohl nach dem Motto, dass man an seinen Aus- und nicht an den Aufgaben wächst.
Oft haben sie auch zusätzlich Kredite bei Banken, die sie zurückzahlen müssen. Genau hier, werden steigende Zinsen dann sehr wohl zu einem Problem. Dort wird eine Erhöhung des Leitzinses nämlich direkt für die Kreditnehmer spürbar. Die Kreditrate für den „Bankkredit“, würde unter Umständen mit dem Leitzins steigen. Was allerdings nicht steigt, ist das Einkommen des Kreditnehmers.

So könnte es, bei einer Erhöhung des Leitzinses, also doch zu Zahlungsschwierigkeiten des Kreditnehmers kommen. Das könnte dazu führen, dass dieser nicht mehr in der Lage ist die (P2P-)Kredite zu bedienen. Wenns blöd läuft, kann die von dir, in den Kredit, investierte Summe also futsch sein.

Wie wahrscheinlich ist eine Zinserhöhung?

Hier sei -wie so oft- erwähnt, dass ich leider nicht im Besitz einer Glaskugel bin. Daher kann ich auch nur Überlegungen, aufgrund meines wirtschaftlichen Verständnisses machen.

Im Moment geraten einige Unternehmen aufgrund des Corona-Virus in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Deshalb springen viele Staaten ein und unterstützen diese finanziell.
Wenn du meine Beiträge liest, lebst du vermutlich in Österreich, Deutschland oder der Schweiz. Das sind Länder mit einer, den Umständen entsprechend, soliden Finanzierung. Für diese wird die Unterstützung der Wirtschaft zwar kein „Klacks“, aber machbar sein.

Anders sieht es mit Ländern wie Spanien, Griechenland oder Portugal aus. Der wirtschaftliche Situation dieser Staaten ist ungefähr so solide, wie ein teures Sektglas, dass auf den Boden zufliegt. Die Länder hätten also schon ohne der Corona-Krise genug finanzielle Probleme. Trotzdem werden auch diese Länder, ihre Unternehmen unterstützen (müssen).

Im Moment brauchen Staaten billiges Geld

Wie unterstützt ein Land, dass kein Geld hat, seine Unternehmen die kein Geld haben? – Richtig! Mit Krediten!
Das „Glück“ der Staaten ist, dass es Geld gerade billig gibt. (Wie schon erwähnt, ist der Leitzins ziemlich nah an der Nullgrenze). Somit können sich die Staaten kostengünstig weiter verschulden. Das geliehene Geld, werden sie dafür verwenden, um die Wirtschaft anzukurbeln.

Wenn jetzt aber die Leitzinsen deutlich angehoben werden würden, dann wären einige Staaten wohl nicht mehr in der Lage ihre Schulden zu bezahlen. Ihre wirtschaftliche Situation würde sich also noch weiter verschlechtern. Unter Umständen könnte es sogar zu einer Staatspleite kommen.
In einer Welt, die wirtschaftlich so eng verwoben ist wie die unsere, sollte das allerdings verhindert werden. Ansonsten würde eine Kettenreaktion ausgelöst werden, die in einer weltwirtschaftlichen Katastrophe enden könnte.

Aus diesem Grund, würde ich aktuell nicht davon ausgehen, dass der Leitzins in den nächsten Monaten oder wenigen Jahren deutlich angehoben wird. Diese Risiko ist für dich, als Anleger in P2P Kredite, zur jetzigen Zeit nicht unbedingt die bedrohlichste.

2. Corona und andere Krisen als Risiko für P2P Kredite

Was bedeutet eine Krise für den durchschnittlichen Arbeitnehmer, der einen P2P-Kredit aufgenommen hat?

Durch die aktuelle Krise, ist es bereits schon jetzt zu einem drastischen Anstieg der Arbeitslosigkeit gekommen. Dieser Trend wird sich aller Voraussicht nach auch in den nächsten Monaten fortsetzen.

Wenn die Kreditnehmer arbeitslos werden sollten, dann wird das auch für dich als P2P Investor Auswirkungen haben. Sie werden nämlich zum Großteil nicht in der Lage sein, ihre Kredite zurückzuzahlen. Krisen und ihre Folgen, bedeuten für P2P-Kredite ein erhebliches Risiko.

Die Verteilung meiner P2P Kredite

Damit das Ganze ein bisschen praktischer wird, möchte ich dir hier die Verteilung der von mir vergebenen P2P-Kredite zeigen, bevor ich ausgestiegen bin.

Datenquelle: Bondora

Während sich die Kredite bei Bondora auf die Länder Finnland, Estland und Spanien beschränken, sind es bei Mintos wesentlich mehr. Dort überwiegen Kasachstan, Indonesien, Polen, Kenia, Rumänien und Botswana. Schon auf den ersten Blick klingt das, zu einem Großteil, nach Ländern, die von einer Wirtschaftskrise besonders stark betroffen sein könnten. Das Risiko einer Investition in P2P Kredite, dürfte hier also besonders hoch sein.

P2P Kredite und das Risiko
Datenquelle: https://www.worldbank.org

In dieser Abbildung, siehst du die Entwicklung der Arbeitslosenquote der Länder, in die ich zum Großteil investiert war. Schnell wird bemerkbar, dass es 2008 zu einem Anstieg bei allen Nationen kam. Die Steigerung war eine Folge der Wirtschaftskrise zu dieser Zeit.
Was ins Auge sticht ist, dass sich die Anstiege deutlich unterscheiden.

Der Großteil der von mir und anderen P2P Investoren vergebenen Kredite, geht bzw. ging also in Länder, die von Wirtschaftskrisen besonders betroffen sind.
Gerade für Finanzblogger ist es wichtig offen und transparent zu sein. Ich habe diesen Punkt bei der Bewertung des Risikos einer Investition in P2P Kredite komplett übersehen.
Das Risiko durch P2P Kredite, hat aufgrund der aktuellen Situation also deutlich zugenommen. Das ist einer der Gründe, warum ich gerade dabei bin, meine P2P Kredite zu verkaufen. Ich möchte mein Geld nicht weiter diesem Risiko aussetzen.

Warum gerade diese Länder besonders von Corona betroffen sind

Aufgrund der aktuellen Situation rund um das Corona Virus, ist es sehr wahrscheinlich, dass es in den nächsten Monaten bis Jahren zu einer deutlichen Rezession kommen wird. Ich gehe davon aus, dass wieder einige Menschen ihre Jobs verlieren werden.

Baltische Staaten, aber auch Spanien, sind stark vom Tourismus abhängig. Durch Reiserestriktionen, die sich nach der Einschätzung von Experten noch über Monate hinziehen könnten, vermute ich, dass die Wirtschaft dieser Staaten noch stärker betroffen sein wird als im Jahr 2008. Das wird unweigerlich zu einem enormen Anstieg der Arbeitslosigkeit führen. Wir erinnern uns: Ein sehr großer Teil meiner und anderer P2P Investoren, geht bzw. ging in genau diese Länder. Die Steigerung der Arbeitslosigkeit, wird dazu führen, dass die P2P Kredite oft nicht mehr bedient werden können und erhöht somit das Risiko eines Totalausfalls!

Ein ziemlich interessantes Video dazu, findest du hier:
(Das Video selbst ist nicht so reißerisch wie das Titelbild 😉 )

3. Plattformrisiko

Prinzipiell, kann jede P2P Plattform auch Pleite gehen. Dann kommt es unter Umständen zum Verlust eines großen Teils, oder gar der ganzen investierten Summe. Dieser (Total-)Verlust, ist das größte Risiko einer Investition in P2P Kredite.

Nach den AGBs der meisten P2P Plattformen, springt dann ein Insolvenzverwalter ein, der die Abwicklung übernehmen soll. Ich würde mich in einem Pleitefall aber nicht darauf verlassen, dass ich das von mir eingesetzte Kapital wieder sehe. Mintos könnte hier unter Umständen eine Ausnahme sein, aber wer weiß…

Zu Pleiten von P2P Plattformen, gibt es zur Zeit auch kaum Erfahrungswerte, somit bleiben die genauen Vorgänge in so einem Fall zum aktuellen Zeitpunkt noch schwer abzuschätzen.

4. Kreditausfälle

Ein Totalausfall, ist das größte Risiko der P2P Kredite. Aus diesem Grund, sind hier auch so hohe Renditen zu erzielen. Diese dienen, wenn man so will, als „Entschädigung“ für das Eingehen dieses Risikos.

P2P Kredite und das Risiko
Quelle: Mintos

Der Großteil der vergebenen P2P Kredite ist der Kategorie Konsum zuzuordnen. Darauf, dass Menschen, die einen Kredit aufnehmen, um sich einen Konsumgegenstand zu kaufen, nicht unbedingt Koryphäen im Umgang mit Geld sind, bin ich bereits eingegangen. Generell werden also häufig Kredite an Menschen vergeben, die nicht sonderlich gut mit Geld umgehen können.

Auch zählt die Gruppe der Menschen, die nicht liquide genug sind, um sich einen Fernseher für ein paar hundert Euro zu kaufen, leider zu denen, die in einer Krise ihre Jobs als erste verlieren.

Das Risiko von Kreditausfällen ist also durchaus real und wird aufgrund wirtschaftlicher und politischer Entwicklungen in den nächsten Monaten bis Jahren definitiv zunehmen. (Siehe oben)
Da das Risiko, in meinen Augen, zur Zeit zu groß ist, würde ich dir aktuell von einer Investition in P2P Kredite abraten.

5. Schlechte Einschätzung der Bonität

Kreditnehmer werden geprüft bevor ihnen ein Kredit gewährt wird. Das ist nicht nur bei Bank-, sondern auch bei P2P-Krediten so.

Für diese Einschätzung der Bonität, werden verschiedene Unternehmen beauftragt. Jeder dieser Dienstleister hat aber eigene Methoden, um die Bonität eines potentiellen Kreditnehmers einzuschätzen. Die Tatsache, dass diese Methoden völlig intransparent sind, macht diese Bonitätsprüfungen schwer vergleichbar. Durch diese nur begrenzt nachvollziehbare Bonitätseinschätzung, erhöht sich das Risiko einer Investition in P2P Kredite weiter.

Aber auch wenn wir davon ausgehen, dass die Einschätzungen alle richtig sind, werden wir nicht beruhigt.
Schauen wir uns die Verteilung der Bonitäten meiner Kredite bei Bondora an (eine solche Übersicht, wird von Mintos nicht zur Verfügung gestellt):

P2P Kredite und das Risiko
Quelle: Bondora

Der prozentuelle Anteil meiner Investitionen in die zwei schlechtesten Bonitätsstufen, macht bei Bondora 65,74% aus. Zur Entspannung und einem Sicherheitsgefühl, trägt dieser Anteil an Kreditnehmern mit einer schlechten Bonität nicht bei.

Natürlich könnte man jetzt einwenden, dass man ja selbst in der Hand hat in welche Bonitätsstufen man investieren möchte. Dem will ich allerdings entgegenhalten, dass man keine Chance auf die „Traumrenditen“, von denen alle Finanzblogger so schwärmen, hat wenn man nur in Kredite der Bonitätsstufe AA oder A investiert.

6. Wenig Erfahrung

Da P2P Kredite noch relativ jung sind, hat diese Anlageklasse, so wie es sie heute gibt, noch keine wirkliche Krise erlebt.

Einige Blogger führen zwar gerne an, dass es zur Zeit der Finanzkrise 2008 schon zwei P2P Plattform in Amerika gab.
Die Argumentation lautet in etwa wie folgt:
„Während der Finanzkrise, haben weit über 10 Millionen Amerikaner ihren Job verloren an. Die Arbeitslosenquote lag über 10%. Die P2P Plattformen in Amerika, haben die Krise dennoch überlebt! P2P Kredite bringen in der Krise also ein kaum erhöhtes Risiko!“

Aber ist die Situation wirklich vergleichbar?
Amerika, Deutschland, Österreich usw. sind Staaten, die man im Vergleich als reich bezeichnen könnte. Sie alle haben Unternehmen schon Unterstützungen in Milliardenhöhe zugesichert und werden so viel Geld in die Hand nehmen wie benötigt wird, um die Wirtschaft und somit Arbeitsplätze so gut wie möglich zu schützen.

Wenn jemand heute aber in P2P Kredite investiert, dann gibt er sein Geld keinen Kreditnehmern aus Deutschland oder Amerika, sondern welchen aus deutlich ärmeren Ländern (Aufzählung siehe oben).

Auf die Auswirkungen von Krisen auf die Arbeitslosigkeit in diesen Ländern bin ich bereits eingegangen. Es werden deutlich mehr Menschen dieser ärmeren Länder seine Jobs verlieren, als es damals in Amerika der Fall war. Während die Arbeitslosenquote aufgrund der Finanzkrise in Amerika auf über 10% stieg, kratzte sie in den erwähnten Staaten teilweise an der 20% Marke.

Ich möchte also festhalten: Eine Krise von P2P Plattformen in die der durchschnittliche deutschsprachige Investor investiert ist, gab es bisher noch nicht. Daher sind Entwicklungen und Folgen und somit das Risiko der P2P Kredite in einer Krise kaum abschätzbar.

7. Mangelnde Regulierungen bei P2P Krediten erhöhen das Risiko

Ein weiteres Risiko, das aus der Tatsache resultiert, dass P2P Kredite eine sehr junge Möglichkeit sind, sein Geld zu investieren, ist das Fehlen von klaren Regulierungen.

Diese Situation bessert sich zur Zeit, aber ist bei weitem nicht mit Regulierungen vergleichbar, die es beispielsweise am Kapital- oder Immobilienmarkt gibt. Bis wir dort sind, wird es aber vermutlich noch Jahre dauern.

Das ist zwar nicht unbedingt die Schuld der P2P Plattformen, sondern eher die der Gesetzgebung, was aber nichts an der Tatsache ändert, dass die Rechtssicherheit für Anleger hier zumindest als „eingeschränkt“ bezeichnet werden kann.

8. Betrug durch P2P-Plattformen

Gerade in letzter Zeit häufen sich Meldungen über diverse Vorgänge innerhalb mancher P2P Plattformen, die zumindest „semi-legal“ waren, um das nett auszudrücken.

Letzten Dezember beispielsweise, kamen erste Verdachtsmomente bei der Plattform Kuetzal auf, wenn du dich für die Geschichte interessierst, dann empfehle ich dir diesen Link.

Im Moment sieht sich eine prominentere Plattform (Grupeer) mit Betrugsvorwürfen konfrontiert. Dort gibt es schon seit mehreren Tagen bzw. Wochen Probleme bei der Auszahlung der Anlegergelder. Diese wird zwar von einigen Anlegern beantragt, es folgt aber keine Überweisung.
Vor kurzem ist mir auch das Gerücht (!) zu Ohren gekommen, dass einer der Gründer auf der Flucht sei und untergetaucht ist. Die Kombination von Nichtauszahlung der Anlegergelder mit Gerüchten über das Untertauchen eines Gründers, lassen die Plattform nicht unbedingt in einem guten Licht darstellen.

Fakt ist, dass es, gerade in letzter Zeit, immer häufiger zu Betrugsmeldungen verschiedener Plattformen kommt. Man sollte hier wirklich intensiv recherchieren und auf Seriosität prüfen, bevor man einer Plattform sein Geld anbietet. Durch diese genaue Prüfung, kann man zumindest dieses Risiko von P2P Plattformen einigermaßen reduzieren.

9. Du bist, auch bei P2P Krediten, das größte Risiko!

Auch für P2P Kredite gilt, dass der Anleger selbst oft das größte Risiko ist.

Gier

Bereits in meinem Artikel über die 8 größten Fehler bei der Geldanlage, bin ich schon auf die Gier eingegangen. Viele Menschen tendieren dazu gierig zu werden. Oft gehen sie enorme Risiken ein, in der Hoffnung so vielleicht das eine oder andere Prozent mehr Rendite zu erreichen.

Ein Zitat, dass sehr gut beschreibt, was mit dem Verstand passieren kann, wenns um Geld geht, stammt von dem Fußballer Horst Szymaniak, der bei Gehaltsverhandlungen folgendes gesagt haben soll: „Ein Drittel mehr? Nein! Ich will mindestens ein Viertel!“

Bei den möglichen Renditen (oft über 10%), schaltet vielleicht auch der Verstand diverser Anleger ein bisschen aus. Sie investieren häufig große Anteile ihres Vermögens, ohne in Betracht zu ziehen, dass P2P Kredite ein enormes Risiko mit sich bringen.

Unwissen über P2P-Kredite erhöht das Risiko

Wer Geld investiert, ist selbst dafür verantwortlich. Deshalb sollte man sich unbedingt mit der entsprechenden Assetklasse beschäftigen.
Bevor du dein Geld in P2P Kredite investierst, solltest du dir Wissen über die verschiedenen Plattformen, Kreditarten und vor allem über das Risiko und dessen Vermeidung aneignen. Ansonsten ist dein Investment langfristig definitiv zum Scheitern verurteilt.

Fehlende Strategie

Angenommen, du hast dir bewusst gemacht, dass P2P Kredite ein ziemlich großes Risiko mit sich bringen und folgst meiner Empfehlung keinesfalls mehr als 5-10% deines Vermögens zu investieren. Wirklich über eine eigene Strategie, hast du aber nicht nachgedacht. Nach einem Jahr siehst du, dass du 15% Rendite gemacht hast. Natürlich fängst du jetzt an weiter zu rechnen. Wenn du jetzt nicht 100€, sondern 1000€ investiert hättest, dann hättest du in dem Jahr nicht 15€ sondern 150€ Rendite erzielt.

Du denkst dir dann: „Ach der übervorsichtige Philipp, traut sich halt nicht so sehr ins Risiko zu gehen, wie ich. Der ist halt nicht so mutig!“ Du investierst mehr und siehst, dass es auch im nächsten Jahr gut läuft. Aus diesem Grund investierst du von Jahr zu Jahr immer größere Anteile deines Vermögens.
Dann irgendwann kommt es zu einer Krise, das Risiko wird spürbar, weil immer mehr P2P Kredite ausfallen. Du verlierst auf einmal Geld, weil du dir nie Gedanken über eine eigene Strategie gemacht hast, an die du dich halten hättest können.

10. Hohe Rendite

Vielleicht stellst du dir jetzt die Frage, wieso P2P Kredite wegen ihrer Rendite ein Risiko sein sollten. Angelehnt an Zarah Leander: Können hohe Renditen Sünde sein?

Bei jeder Anlage gilt, dass hohe Renditen IMMER mit einem hohen Risiko einher gehen. Wieso sollte dir jemand mehr als 10% Zinsen für dein Geld Geld zahlen, wenn es dieses Risiko nicht gäbe?

Die hohen Renditen sind also nicht nur ein Vorteil, weil in diesen die ganzen Risiken, die mit dieser Assetklasse einher gehen, eingepreist sind.

Fazit und Zusammenfassung

Hier möchte ich nocheinmal kurz auflisten, warum das Risiko bei einer Investition in P2P Kredite so groß ist.

  • Erhöhung des Leitzinses
  • verschiedene Krisen
  • Plattformrisiko
  • Kreditausfälle
  • Schlechte Einschätzung der Bonität von Kreditnehmern
  • Wenig Erfahrung mit Krisen
  • Begrenzte Regulierungen
  • Betrug
  • DU! (Gier, Unwissen, fehlende Strategie)
  • Hohe Renditen gibt es nur durch hohes Risiko

Das Verhältnis von Risiko und Rendite im Hinblick auf die aktuelle Situation, haben mich dazu veranlasst meine Investitionen in P2P Kredite vorläufig zu beenden, wie du in diesem Artikel nachlesen kannst.

Liebe Grüße,
Philipp


PS: Wie schon erwähnt, ist mir Transparenz ein wichtiges Anliegen. Falls du dich für die Daten und Zahlen interessierst, die meinen Grafiken zugrunde liegen, kannst du dir hier das zugrundeliegende Excel-Dokument herunterladen.


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2 Antworten

  1. Hallo Philipp
    Ich kann noch ein paar Risiken mehr bieten 😉
    Dabei habe ich meinen Artikel noch gar nicht bzgl. Corona upgedatet:
    http://p2p-game.com/grundlagen-eine-ganze-menge-an-risiken-die-man-sich-mit-p2p-in-sein-portfolio-holt-%f0%9f%a6%88
    Trotzdem investiere ich weiter in P2P Kredite so wie bisher möglichst in kleinem Umfang ohne zu gierig zu werden und mit mehr Bedacht 🙂
    Die Krise wird zeigen wie gut sich P2P schlägt, ich bin verhalten optimistisch
    grüße
    Thomas

    1. Hi Thomas,

      dein Artikel gefällt mir sehr gut! Ein Corona-Update, wäre sicherlich spannend!

      Für mich passt aktuell das Verhältnis von Risiko zu Rendite bei P2P-Krediten überhaupt nicht mehr. Deshalb bin ich ausgestiegen. Natürlich ist es völlig legitim, wenn du das anders siehst. 😉

      Ich wünsche dir mit deiner Strategie weiterhin viel Glück!

      Liebe Grüße,
      Philipp

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