PHInanzielle Freiheit

Inflation Deutschland 2021
Was ist die Inflation? Wie kommt sie Zustande und wie schützt man sein Vermögen vor ihr?

Die Inflation in Deutschland und anderen Ländern ist eines der wirtschaftlichen Themen, mit denen die Nachrichten 2021 gefüllt sind. Grund genug die Inflation auch in einem Blogartikel zu behandeln.

In diesem Artikel gehe ich unter anderem auf folgende Punkte ein:

  • Definition der Inflation
  • Berechnung der Inflation mit einem Inflationsrechner
  • Ursachen und Folgen der Inflation
  • Entwicklung der Inflation in Deutschland und Österreich bis zum Jahr 2020
  • aktuelle Inflation im Jahr 2021
  • Sicherung des Vermögens vor der Inflation

Du siehst schon anhand der Stichpunkte, auf die ich in dem Artikel eingehen möchte, dass es etwas länger dauern könnte. Wirf noch schnell die Kaffeemaschine an, bevor es losgeht. 😉

Die Definition der Inflation

Fangen wir mit ein bisschen Klugscheisserei an, damit sich die Lateinstunden in der Schule gelohnt haben. Inflation kommt vom lateinischen Wort „inflare“, was so viel wie „aufblähen“ bedeutet. (Natürlich hab ich das nicht in der Schule gelernt, sondern auf Wikipedia gelesen.)

Bei der Inflation, wird die Geldmenge „aufgebläht“ und steigt damit an.

Was passiert bei der Inflation?

Wenn die Notenbanken mal wieder die Gelddruckanlangen anschmeißen, wird die Geldmenge erhöht. Das ist zum Beispiel während der Finanzkrise 2007/2008 und auch wegen der aktuellen Corona Krise passiert. Hier wurden Billionen gedruckt, um die Wirtschaft am laufen zu halten.

Wenn die Geldmenge schneller wächst, als die Güterproduktion gibt es mehr Geld als Güter. Wenn es von etwas viel gibt, wird dessen Wert weniger.

Kleines Beispiel dafür: Eine Toilettenspülung in Österreich benötigt circa 40 Liter Trinkwasser, während Menschen in anderen Ländern verdursten. Weil wir genug davon haben, ist das Trinkwasser bei uns kein besonders teures Gut. Wir haben im wahrsten Sinne des Wortes so viel davon, dass wir es im Klo runterspülen können.

Zurück zum Geld. Wenn der Wert des Geldes sinkt, bedeutet das nichts anderes, als dass wir uns damit weniger Güter kaufen können. Es kommt zu einem sogenannten „Kaufkraftverlust“. Mehr dazu später.

Berechnung der Inflation

Inflation Warenkorb 2021 Berechnung

Schön und gut. Du weißt jetzt was die Inflation ist. Vermutlich hast du auch schon davon gehört, dass die Inflation 2020 bzw. 2021 stark angestiegen ist. Aber woher weiß man das? Wie wird die Inflation berechnet? Gibt es so etwas wie einen Inflationsrechner?

Mit Preisindex und Inflationsrechner zur Inflation

Für die Bestimmung der Inflation benötigt es einen „Preisindex“. Dieser besteht aus einer Auswahl von vielen Gütern, deren Preisentwicklungen beobachtet wird.

Aus den Gütern und ihren Preisen wird dann ein „Warenkorb“ für „Durchschnittsfamilien“ gebildet.

In weiterer Folge wird dann berechnet, wie sich die Preise dieses Korbes verändern. In der Regel wird als Zeitraum ein Kalenderjahr gewählt. So wird dann beispielsweise die Rate der Inflation von Deutschland, oder Österreich im Jahr 2021 berechnet.

Miniwarenkorb

Lass mich dir ein Beispiel zur Berechnung der Inflation mit einem eigenen „Miniwarenkorb“ geben:

ProduktPreis 2020Preis 2021Inflationsrate
1 Brot1 €1,02 €2 %
1 Butter1 €1,03 €3 %
1 Apfel1 €1,01 €1 %
Gesamtinflation2 %

In diesem Fall würde unser Inflationsrechner auf zwei Prozent kommen.

Inflation ist nicht für jeden gleich

Bei der Bestimmung der Warenkörbe zur Berechnung der Inflation geht es immer um „Durchschnittsfamilien“. Deshalb gibt es unterschiedliche Warenkörbe für Einzelhaushalte, Familienhaushalte, Studenten und Pensionisten.

Das ist sinnvoll. Immerhin kann die Preissteigerung von Windeln einem 20 jährigen alleinlebenden Studenten ähnlich egal sein, wie einem Vegetarier die Preissteigerungen für Fleisch. Um die „eigene“ Inflationsrate auszurechnen benötigt man einen Inflationsrechner.

Inflationsrechner

Inflationsrechner ermöglichen es dir, deinen Warenkorb an die eigenen Verhältnisse anzupassen und somit deine eigene Inflationsrate auszurechnen.

Mit diesem Inflationsrechner Rechner, kannst du die Inflationsrate für „deinen“ Haushalt berechnen, wenn du in Österreich lebst. Solltest du in Deutschland leben und deine Inflation berechnen wollen, gibt es im Jahr 2021 auch einen Inflationsrechner für dich.

Wenn du Lust hast, kannst du mit diesen Rechnern mal ein bisschen rumspielen.

Inflation 2020 und den Vorjahren

Inflation Österreich im Jahr 2020

Werfen wir einen Blick auf die Entwicklung der Inflation in den letzten Jahren.

Im Jahr 2020 ist die Inflation in Österreich auf 1,4% gesunken. 2019 lag diese bei 1,5%, während sie 2018 2% und 2017 2,1% betrug.

Ein Bericht der Statistik Austria liefert alle möglichen Informationen rund um die Inflation in Österreich.

Im Coronajahr 2020 war die Inflation bei Nahrungsmitteln doppelt so hoch als im Vorjahr. Besonders spürbar war das bei Obst (4,6%) und Fleisch (4,5%).
Andererseits sind die Preis für Treibstoff und Heizöl deutlich gesunken.

Wesentlich für die Inflation verantwortlich waren die hören Wohnkosten, die immerhin 1/3 der Jahresinflation ausmachten. Gleich dahinter finden sich Preisanstiegen in Restaurants und Hotels.

Hier findest du eine Tabelle in der die wichtigsten Preisänderungen gegenüber 2019 enthalten sind:

Preistreiber:

Veränderung gegenüber 2019 (%)
Wohnungsmiete4,1
Elektrischer Strom6,0
Ehering / Ring10,8
Ziegelstein4,2
Matratze16,0

Preissenker:

Veränderung gegenüber 2019 (%)
Dieseltreibstoff-12,7
Superbenzin-12,3
Heizöl-22,5
Flugticket-8,6
Mobiltelefongerät-9,2

Inflation Deutschland im Jahr 2020

Wie in Österreich, gibt es auch in Deutschland gute Daten zur Inflation im Jahr 2020, die auf der Seite des statistischen Bundesamtes zu finden sind.

Die Inflation lag 2020 in Deutschlang bei 0,5%. 2019 lag sie noch bei 1,9%. Hier zeigt sich also ein deutlicher Rückgang. Eine niedrigere Inflationsrate gab es in Deutschland das letzte mal 2009 im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise.

Die Entwicklung der Inflation über das Jahr 2020 in Deutschland kannst du in dieser Grafik nachvollziehen:

Inflation Deutschland 2020 & 2021

Was hier deutlich wird, ist der starke Abfall der Inflation ab Juli 2020. Das liegt an der Senkung der Mehrwertsteuer, im Rahmen eines Konjunkturpaketes, um die Folgen der Corona-Krise abzufedern.

Inflation in Österreich und Deutschland 2021

Nach der kurzen Zeitreise und den Blick auf die Vergangenheit, schauen wir uns die aktuellen Entwicklungen im Jahr 2021 im Bezug auf die Inflation an.

Inflation Österreich 2021

In einem Bericht der österreichischen Nationalbank, wird auf die Entwicklung der Inflation im Jahr 2021 eingegangen.

Aus diesem geht hervor, dass wir es momentan mit einem Anstieg der Inflation zu tun haben. Im August 2021 erreichte die monatliche Inflationsrate den höchsten Wert seit Dezember 2011. Dieser Anstieg resultiert vor allem aus einer Steigerung der Rohölpreise.

Weiters kommt es aufgrund der Corona Pandemie noch immer zu Lieferengpässen und Unterbrechungen der Transportketten.

Die Österreichische Nationalbank prognostiziert für das Jahr 2021 eine Inflation von 2,4% und für 2022 eine Inflationsrate von 2,2%.

Inflation Deutschland 2021

Im September 2021 lag die Inflation bei +4,1% im Vergleich zum Vorjahresmonat. Das ist die höchste Inflationsrate seit Dezember 1993.

Das statistische Bundesamt nennt in seiner Pressemitteilung folgende Gründe:

temporäre Sondereffekte
Durch die temporäre Senkung der Mehrwertsteuer 2020 und den Absturz der Preise auf Mineralölprodukte, wird von einer geringen „Baseline“ gestartet.

Steigende Energiepreise
Von September 2020 bis September 2021 sind die Preise für Energieprodukte um 14,3% gestiegen. Das liegt auch an einer zu Jahresbeginn eingeführten CO2-Abgabe, die sich ebenfalls steigernd auf die Preise auswirkt.

Steigende Preise für Nahrungsmittel (4,9%)

Sowohl in Österreich, als auch in Deutschland ist festzuhalten, dass die „extremen“ Teuerungen vor allen auf die Bereiche konzentriert ist, in denen es aufgrund der Pandemie zu Einbrüchen kam. Diese Preisrücksetzer, werden jetzt „eingeholt“. Experten nach spricht das dafür, dass diese Inflationsanstieg nur vorübergehend ist.

Folgen der Inflation

Inflationsrate 2021 Deutschland Kaufkraftverlust

Kaufkraftverlust

Ich habe schon geschrieben, dass die Inflation die Kaufkraft senkt. Darauf möchte ich hier weiter eingehen.

In den letzten Jahren, lag die Inflation bei circa 1%. Im Jahr 2021 liegt sie in vielen Ländern, wie auch Deutschland oder Österreich bei über zwei Prozent. Ein oder zwei Prozent sind ja nicht sonderlich viel, oder?

Kommt darauf an. Langfristig macht das nämlich schon was aus. Stellen wir uns einen klassischen „Sparer“ vor, der 10.000€ auf dem Konto liegen hat, wo es keine Zinsen gibt. Jahr für Jahr verliert dieses Geld 1% an Wert. Wie viel ist nach 20 Jahren noch übrig?

Zuerst nehmen wir eine jährliche Inflationsrate von 1% an:

Jahrabsoluter Wertverlust (€)Wert zum Jahresende (€)
199,019.900,00
5485,349.514,66
10947,139.052,87
151.386,518.613,49
201.804,568.195,44

Eine Inflationsrate von einem Prozent bedeutet also, dass der Wert eines Vermögens innerhalb von 20 Jahren von 10.000€ auf 8.195€ schrumpft. Ein relativer Wertverlust von 18%. (Zur Berechnung)

Und wie schaut’s mit 2% aus?

Jahrabsoluter Wertverlust (€)Wert zum Jahresende (€)
1196,088.803,92
5942,699.057,31
101.796,528.203,48
152.569,857.430,15
203.270,296.729,71

Bei zwei Prozent schrumpfen die 10.000€ in der gleichen Laufzeit auf 6.729€ zusammen. Ein relativer Verlust von 32,7%. (Zur Berechnung)

Auch eine „geringe“ Inflation führt langfristig zu einem deutlichen Wertverlust von Vermögen.

Inflationsrate und Zinsen

Die Inflation wird durch den Leitzins kontrolliert. Wird dieser gesenkt, können sich Banken zu günstigen Konditionen mehr Geld leihen. Das führt zu einem Anstieg der Geldmenge und damit der Inflation.

Umgekehrt ist es, wenn der Leitzins erhöht wird. Dann ist es für Banken weniger lukrativ sich Geld zu leihen. Das führt zu einem geringeren Wachstum der Geldmenge. Die Inflationsrate sinkt.

Die Inflation spielt auch eine wichtige Rolle für Bankkredite. Stell dir eine Bank vor, die dir heute 10.000€ für 20 Jahre leiht. Aus dem Beispiel von vorhin wissen wir, dass diese 10.000€, bei einer Inflation von 2%, in 20 Jahren nur noch 6.729,71€ wert sind.
Das weiß natürlich auch die Bank. Deshalb erhöht sie die Zinssätze, um dennoch von der Kreditvergabe zu profitieren. Für den Kreditnehmer wird der Kredit dadurch teurer.

Inflationsrate und Staatsschulden

Prinzipiell profitieren Schuldner am meisten von der Inflation, da durch die Geldentwertung der Wert ihrer Schulden schrumpft.

Besonders nutzen Staaten die Inflation für sich. Sie haben enorme Schulden und durch Anleihen die Möglichkeit sich langfristig zu fixen Zinssätzen zu verschulden. So hat Österreich beispielsweise eine 100-jährige Staatsanleihe. Gerade für „solide“ Staaten sind die Zinsen für Schulden sehr gering. Teilweise liegen sie sogar im negativen Bereich. Käufer von Anleihen bezahlen in diesem Fall also sogar dafür dem Staat Geld zu leihen, anstatt etwas für das geborgte Geld zu bekommen.

Wenn die Inflationsrate höher ist als der Zins, zu dem sich ein Staat verschuldet, werden die Schulden damit Jahr für Jahr immer weniger wert.

Wenn wir nochmal das vorige Beispiel bemühen und eine Inflationsrate von 2% annehmen bei einer Verschuldung von 100 Milliarden Euro (weit unter der tatsächlichen Verschuldung vieler Staaten) bedeutet das, dass die Schulden in 20 Jahren nur noch 67 Milliarden Euro wert sind.
Im Falle einer 100-jährigen Anleihe nur noch 13,8 Milliarden. Das bedeutet, dass eine Ausgabe einer 100 jährigen Anleihe bei einer Inflationsrate von 2% und einem Zins von 0% zu einer Reduktion der Staatsschulden um 86% führt. Ganz von alleine, ohne, dass irgendwelche Schulden aktiv zurückgezahlt wurden.

So schützt du dein Vermögen vor der Inflation

Schutz Vermögen gegen Inflationsrate 2021 Aktien ETF

Wir haben uns jetzt ausführlich mit der Inflation beschäftigt und auch ihre Entwicklung im Jahr 2021 und den Vorjahren geblickt. Kommen wir zum wichtigsten Teil des Artikels: Wie schützt du dein Vermögen vor der Inflation.

Langfristig liegt die Inflation bei 1-2%. Das ist auch eines der Ziele der EZB. Damit dein Vermögen keinen Wertverlust erleidet, muss die Rendite, die du mit ihm erzielst höher als die Inflationsrate zu sein. Wenn du den Wert nicht nur „halten“, sondern steigern möchtest, brauchst du also eine jährliche Rendite von über 2%.

Die effektive („wahre“) Rendite berechnest du so:
effektive Rendite = Rendite – Inflation

Die beliebteste Sparform der Deutschen und Österreicher ist das Konto. Wie sieht die effektive Rendite dort aus:

0% Zinsen – 2% Inflation = -2% effektive Rendite

Am Konto verliert dein Geld somit Jahr für Jahr an Wert. Das ist nicht erst seit der Nullzinsphase so, sondern auch schon davor der Fall gewesen. Dort waren die Zinsen zwar höher, die Inflation aber auch.

Wie schützt man sein Vermögen also vor der Inflation? Wie kann man es trotz der Inflation steigern?

Die Antwort auf diese beiden Fragen lautet: „Sachwerte“.

Sachwerte zum Schutz vor der Inflation

Zu Sachwerten zählen beispielsweise Immobilien, Aktien, oder Gold.

Das Immobilien und Gold Sachwerte sind ist für die meisten Menschen intuitiv nachvollziehbar. Man kann beides angreifen und beides hat einen gewissen Wert.

Bei Aktien ist das für Manche ein bisschen schwieriger. Oft wird diese Anlageklasse als etwas „nicht greifbares“ und „komplexes“ wahrgenommen. Die Zeiten, zu deinen man eine Aktie tatsächlich angreifen konnte sind mittlerweile auch vorbei. Trotzdem sind Aktien Sachwerte. Es handelt sich bei einer Aktie um eine Beteiligung an einem Unternehmen. Dieses Besteht aus Fabriken, Maschinen, Patenten und Personal. Hat also auch einen tatsächlichen Wert.

Aktien als Schutz vor der Inflation

Ein großer Vorteil, den Aktien gegenüber Gold und Immobilien haben, ist ihre Liquidität. Sie lassen sich relativ schnell und einfach zu Geld machen.

Eine moderate Inflation unter 3% ist für Aktien sogar positiv. Schwieriger wird es, wenn die Inflation über 3% steigt. Das führt oft zu steigenden Zinsen, was bedeutet, dass sich Unternehmen nicht mehr so günstig verschulden können und ihr Wachstum gebremst wird.

Veranschaulicht wird das in dieser Abbildung des Vermögensverwalters Schroders.

Aktien Inflation 2020 & 2021

Dort sieht man, dass die Wahrscheinlichkeit dafür, dass Aktien eine Rendite erzielen, die über der Inflation liegt bei über 90% liegt, wenn die Inflationsrate unter 3% ist und steigt. Wenn die Inflationsrate über 3% liegt und steigt, sind die Renditen von Aktien nur noch in 48% der Fälle höher als die Inflation. Bei einer Inflation über 3%, die fällt und einer Inflation von unter 3% die fällt, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die Rendite von Aktien über der Inflation liegt bei 76 bzw. 81 Prozent.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt übrigens, dass ein passiver Anleger mit einem ETF auf den MSIC World eine durchschnittliche langfristige Rendite von 8% machen konnte. 8% Rendite minus 2% Inflation sind immer noch 6% effektive Rendite. Das kann sich schon sehen lassen.

„Passiver Anleger“, „ETF“, „MSCI World“ – „Hä?“
Vor ein paar Jahren wäre es mir zumindest so gegangen, wenn ich diese Begriffe gehört hätte.

Damit es dir besser geht, kannst du hier meinen kostenlosen Leitfaden für passives Investieren runterladen.

  • Langfristiger Vermögensaufbau mit einem breit diversifiziertem Portfolio
  • Grundlegendes über ETFs und passives Investieren
  • Unterstützung bei der Auswahl Deines ETFs
  • Erstellung eines Sparplans
Warum Aktien von der Inflation profitieren

Vielleicht stellst du dir die Frage, warum Aktienkurse von einer Inflation profitieren, oder zumindest einen gewissen Schutz vor ihr bieten.

Unternehmen können steigende Kosten an Konsumenten weitergeben. Dadurch erhöhen sich ihre Gewinne. Lass mich das anhand eines Beispiels erklären.

Stell dir ein Produkt vor, dass heute 100€ kostet. Bei einer Inflationsrate von 2% liegt der Preis für dieses Produkt in 30 Jahren bei 148,59€. (Zur Berechnung)

Wenn das Unternehmen eine Gewinnmarge von 10% mit dem Produkt erzielt, steigt der Gewinn damit ganz automatisch von 10€ auf 14,859€.

Nehmen wir an, dass die Aktie des Unternehmens, dass dieses Produkt herstellt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 10 bewertet wird, der Kurs also das 10-fache der Gewinne beträgt. Heute würde der Kurs pro Aktie bei 100€ liegen. Wenn der Gewinn auf 14,86€ steigt, würde das bedeuten, dass der Aktienkurs in diesem Zeitraum alleine durch die Inflation auf 148,59€ steigen würde.

Die Rechnung von vorhin geht aber nur für Aktien auf, die die steigenden Preise auch wirklich vollständig an ihre Kunden weitergeben können. Also für Unternehmen mit einer gewissen „Preissetzungsmacht“, weil sie beispielsweise Produkte herstellen auf die man kaum verzichten kann.

Gold

Gold wird häufig empfohlen, wenn es um die Absicherung von Vermögen in Krisen geht. Viele Menschen sind auch überzeugt davon, dass Gold einen Schutz vor der Inflation bietet.

Warum ich prinzipiell nicht wirklich überzeugt von Gold bin, kannst du in diesem Artikel nachlesen.

Erinnern wir uns daran, dass die Inflation oft zu Zinssteigerungen führt. Dadurch werden Anlageklassen wie Anleihen, oder Sparbücher attraktiver. In dem Fall würde die Begeisterung der Anleger für Gold abnehmen und die Preise dürften sinken.

Die Stiftung Warentest, kommt in einer Untersuchung zu dem Schluss, dass Gold bei normalen und deutlich Inflationsraten zwischen 1980 und 2000 nicht vor der Inflation geschützt hat.

Immobilien

Einige Anleger setzen auch auf Immobilien, um sich vor Inflation zu schützen. Einen ausführlichen Artikel über diese Anlageklasse findest du hier.
Der Gedanke dabei ist, dass man die Mieten ja einfach mit der Inflation steigern und somit den Kaufkraftverlust bzw. die gestiegenen Kosten für den Besitz der Wohnung ausgleichen kann.

In der Theorie funktioniert das gut. Damit das auch in der Praxis klappt, muss man die erhöhten Kosten 1:1 auf den Mieter umlegen können. Aufgrund des Mieterschutzes in Ländern wie Österreich und Deutschland sind solch (hohe) und vor allem schnelle Steigerungen oft nicht durchsetzbar. Wenn das allerdings gelingt, können Immobilien sehr wohl einen gewissen Schutz vor der Inflation bieten.

Immobilien können also vor Inflation schützen. Durch Risiken, wie die Steigerung der Finanzierungs- oder Bewirtschaftungskosten, stellen sie gleichzeitig aber auch eine gewisse Gefahr dar, sollten diese nicht auf den Mieter umgelegt werden können.

Fazit

Durch die Inflation kommt es zu einer Reduktion der Kaufkraft. Wie stark diese ausfällt, lässt sich anhand von definierten Warenkörben berechnen.

Der Kaufkraftverlust bedeutet, dass der gleiche Geldbetrag in Zukunft weniger wert ist, als heute. Um den Wert deines Vermögens nicht schrumpfen zu lassen, musst du dir also Alternativen zum „klassischen“ Sparen suchen. Die Rendite dieser Alternativen sollte über der Inflationsrate liegen.

Wie hoch deine „eigene“ Inflationsrate ist, kannst du mit einem Inflationsrechner selbst abschätzen.

Die Rate der Inflation ist 2021 in Deutschland, Österreich und vielen anderen Ländern erhöht. Experten schätzen diese Anstiege allerdings „lediglich“ als vorübergehend ein und gehen davon aus, dass sich die Inflation langfristig wieder um die 2% Grenze einpendeln wird. Das ist auch das Ziel der EZB.

Ich halte Aktien, oder ETFs für ein gutes Mittel zum Schutz vor der Inflation. Unternehmen mit einer gewissen Preissetzungsmacht, können die Preise ihrer Produkte steigern, um die Gewinne gegen die Inflation zu sichern.

Was denkst du über das Thema Inflation? Wie schützt du dein Vermögen? Schreib mir gerne ein Kommentar!

Liebe Grüße,
Philipp

Disclaimer: KEINE ANLAGEBERATUNG ODER EMPFEHLUNG: Die vom Autor dieses Artikels behandelten, ETFs, Fonds, und weitere Anlageformen, sind immer mit Risiken behaftet. Alle Texte sowie die Hinweise und Informationen stellen keine Anlageberatung oder Empfehlung dar. Sie wurden nach bestem Wissen und Gewissen aus öffentlich zugänglichen Quellen übernommen. Alle zur Verfügung gestellten Informationen (Gedanken, Prognosen, Kommentare, Hinweise, Ratschläge, etc.) dienen allein der Bildung und der privaten Unterhaltung.

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3 Antworten

  1. Hallo Philipp,
    danke für den gut recherchierten und ausgewogenen Artikel! Man könnte beim Thema Immobilien noch ergänzen, dass damit einhergehenden Kredite, im Gegensatz zu z.B. Wertpapierkrediten, aktuell mit Verzinsungen unterhalb der Inflationsrate angeboten werden. Hier kann man also die Inflation für statt gegen sich arbeiten lassen. Besonders gilt das für vermietete Immobilien, wo die Zinsen von der Einkommenssteuer abgehen, man effektiv also nur (1 – persönlicher Grenzsteuersatz) x Kreditzins zahlt. Vergleichbare Konditionen gibt es für Privatleute bei anderen Anlageformen, z.B. Wertpapierkredit, ja leider nicht.

    Grüße T.W.

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