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Was ist eigentlich ein Index?

Ich habe das letzte Wochenende genutzt, um meine bisherigen Blogartikel zu lesen und zu überarbeiten. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich relativ oft den Begriff Index verwende, allerdings noch keinen Blogartikel darüber geschrieben habe, was ein Index eigentlich genau ist bzw. wie er zustande kommt. Das möchte ich mit diesem Blogeintrag nachholen.

Was ist ein Index?

Definition

Ein Aktienindex ist eine Kennzahl für die Entwicklung von ausgewählten Aktienkursen. Er soll die Entwicklung auf diesem Teilmarkt des weltweiten Finanzgeschehens repräsentativ dokumentieren.

Wikipedia

Wenn die Definition für dich logisch klingt, dann hast du vermutlich schon ein bisschen Erfahrung mit der Thematik und kannst diesen Teil des Artikels überspringen.
Fall du den Satz nicht oder nicht ganz verstanden hast, ist das überhaupt kein Problem. Ich hab ihn auch ein paar Mal lesen müssen, als ich ohne wirkliches Vorwissen nach „Aktienindex“ gegoogelt habe.

Erklärung

Vielleicht hast du ja schon vom DAX gehört, auch wenn du nicht genau weißt, was das ist.
Der DAX (deutscher Aktienindex) ist ein Index, in dem die 30 größten deutschen Unternehmen (nach Marktkapitalisierung) gelistet sind.
Mit ihm kann man also die Entwicklung der Aktienkurse von 30 (ausgewählten) Unternehmen betrachten, die einen Teilmarkt (größte deutsche Unternehmen) des weltweiten Finanzgeschehens abbilden (siehe Definition oben).

Schauen wir uns anhand des DAX an, wofür man einen Index braucht, welche Unternehmen in einen Index kommen und wer die Kriterien festlegt.

Wofür braucht man einen Index?

Der DAX bildet circa 80% der Marktkapitalisierung deutscher Unternehmen ab, man kann also mit seiner Hilfe einen recht guten Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands werfen.

Wenn man beispielsweise daran glaubt, dass sich die deutsche Wirtschaft, in den nächsten Jahren, besonders gut entwickeln wird, könnte man mit einem ETF in diesen Index und somit gleichzeitig in die 30 größten Unternehmen Deutschlands investieren und von der guten Entwicklung profitieren. Warum das, meiner Meinung nach, nicht die beste Investitionsmöglichkeit ist, werde ich später ausführen.

Welche Unternehmen sind in einem Index?

In der Regel hat ein Index transparente Kriterien anhand derer festgelegt wird, welche Unternehmen in dem Index gelistet sind.

Beim DAX wären das, wie schon erwähnt die 30 größten deutschen Unternehmen.
Beim österreichischen Aktienindex (ATX) sind die größten 20 österreichischen Unternehmen.

Zusätzlich gibt nicht nur Indizes auf einzelne Ländern, sondern auch für einzelne Branchen (NASDAQ) etc.

Die Kriterien für die Aufnahme in den Index, findest du auf der Homepage des entsprechenden Betreibers.

Diversifikation

„Ist man immer gut diversifiziert wenn man einen ETF-Anteile auf einen Index erwirbt?“
Diese Frage ist mit einem ganz klarem „Nein“ zu beantworten.

Bei einer Diversifikation, geht es um eine möglichst breite Streuung. Wenn man jetzt beispielsweise in einen ETF auf den ATX investieren würde, hätte man NUR 20 Unternehmen aus NUR einem Land mit NUR einer Währung.
Um das zu vermeiden, muss man sich, auch beim passiven Investieren, ein paar Gedanken machen.

Natürlich gibt es aber auch Indizes, die mehrere Firmen aus mehreren Ländern mit verschiedenen Währungen beinhalten und somit besser diversifiziert sind, als der DAX oder ATX. Ein paar Beispiele schauen wir uns jetzt an.

Bekannte Indizes

MSCI World

Im MSCI World, sind über 1600 Unternehmen aus 23 Industrienationen enthalten.

Da die Börsen in der USA aus Sicht der Marktkapitalisierung den Rest der Welt dominieren, ist Amerika mit ca. 54% das wichtigste Land in dem Index. Japan folgt mit 9%, Großbritannien mit 7%, Frankreich mit 4%,Deutschland mit 3%, etc.

Branchenaufteilung:
Finanzsektor 17%, Informationstechnologie 18%, Gebrauchsgüter 13%, Gesundheitswesen 12%, etc.

Dieser Index ist also schon ziemlich gut diversifiziert, wobei man hier auf die „Übergewichtung“ der USA achten sollte.

MSCI ACWI (All Country World Index)

Im MSCI ACWI sind 2852 Unternehmen aus den 23 Industriestaaten UND 26 sogenennten Schwellenländern enthalten.

Länderaufteilung:
Amerika: 55%, Japan: 7%, Großbritannien 5%, China 4%, Frankreich 3,5%, etc.

Branchenaufteilung:
Finanzsektor 17%, Informationstechnologie 16%, Gebrauchsgüter 11%, Gesundheitswesen 11%, etc.

FTSE All World Index

Bei diesem Index werden über 3.100 Firmen aus 47 Ländern gelistet.

Hier siehst du die Länderaufteilung:
Amerika 54%, Japan: 8%, Großbritannien 5%, Deutschland 3%, Frankreich 3%, China 3%, etc.

Branchenaufteilung:
Technologie 16%, Finanzsektor: 14%, Gebrauchsgüter 12%, Gesundheitswesen: 10%, etc.

Bei Betrachtung der Zahlen, wird klar, dass sich die Länder- oder auch Branchenverteilung zwischen den einzelnen Indizes kaum unterscheidet. Deswegen ist es vom Diversifikationsstandpunkt her egal, für welchen dieser Indizes man sich entscheidet.

Fazit/Zusammenfassung

  • In einem Index sind, nach festgelegten Kriterien, verschiedene Unternehmen gelistet
  • Mit Indizes ist es möglich, die wirtschaftliche Entwicklung einzelner Staaten oder der globalen Wirtschaft abzuschätzen
  • Durch ETFs ist man in der Lage in Indizes zu investieren
  • Nicht jeder Index ist automatisch gut diversifiziert
  • Bekannte und meiner Meinung nach gut diversifizierte Indizes sind: MSCI World, MSCI ACWI, FTSE All World Index, etc.

Ich hoffe, du hattest Spaß beim Lesen dieses Blogbeitrags und hast vielleicht das eine oder andere über Indizes dazu gelernt.
In welchen Index investierst du bzw. möchtest du investieren? Kennst du noch andere Indizes die gut diversifiziert sind und die in meiner Liste fehlen? – Schreib es in die Kommentare! 🙂

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9 Antworten

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