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PHInanzielle Freiheit

Nimm dein Geld in deine Hände!

Laut einer Studie besitzen deutsche Privatanleger fast 9000 Tonnen Gold im Wert von mehr als 320 Milliarden €. Warum setzen so viele Menschen beim Vermögensaufbau auf Gold? Ist Gold sicherer als Aktien? Wie steht es um die Rendite von Gold? Schützt Gold das private Vermögen in Krisenzeiten oder vor einer Inflation?

Inhalt

Preisentwicklung und Rendite

Gold und Aktien

Wenn es um Gold geht, schwärmen viele Anleger von der guten Rendite. Beim direkten Vergleich der langfristigen Entwicklung des MSCI World Index (Aktien-Index) und des Goldpreises, wird allerdings schnell klar, dass Gold nicht eine annähernd so gute Rendite bringt, wie ein breit diversifiziertes Aktienportfolio.
Gold hat von 1975 bis heute durchschnittlich circa 4% jährliche Rendite erreicht, während der MSCI World im gleichen Zeitraum circa 8% Rendite pro Jahr geschafft hat.
Die Rendite des MSCI World war also im gleichen Zeitraum um das Doppelte höher.

Schwankungen des Goldpreises

Wenn man den langfristigen Verlauf des Goldpreises betrachtet, fällt auf, dass dieser mitunter enormen Schwankungen nach oben, aber auch nach unten unterliegt.
Von 2000-2010 ist der Goldpreis bis auf 1800 Dollar gestiegen um bis 2015 auf unter 1100 Dollar zu fallen. In einer geringeren Volatilität (Schwankung) kann der Vorteil von Gold also schonmal nicht liegen.

Ausblick

Für die Rendite die Gold in Zukunft abwerfen wird, kann man so gut wie unmöglich seriöse Vorhersagen treffen.

Auch wenn geopolitische Risiken ein Indikator für steigende Goldpreise sind, brechen viele Konflikte entgegen der Erwartungen doch nicht aus und somit fällt der Goldpreis wieder.
Das war beispielsweise im Zuge der Finanzkrise 2008 zu beobachten. Als das globale Finanzsystem vor dem Kollaps stand, sind die Goldpreise relativ stark angestiegen. Als allerdings klar wurde, dass es weiter bestehen bleibt, sind sie genauso schnell wieder gefallen.

Neben geopolitischen Risiken, treiben niedrige Zinsen ebenfalls den Goldpreis in die Höhe. Warum? Ein großer Nachteil von Gold ist, dass dadurch keine Erträge wie Zinsen oder Dividenden erzielt werden. Wenn es, wie in der heutigen Zeit, aber auf dem Sparbuch auch keine Zinsen gibt, wird dieser Nachteil relativiert und somit steigt der Goldpreis.
Um davon nachhaltig zu profitieren, müsste man allerdings wissen, wie sich die Zinsen in der Zukunft entwickeln werden. Da dazu leider niemand im Stande ist, haben Prognosen für die Goldpreisentwicklung eher etwas glücksspielartiges an sich.

Gold als Inflationsschutz

Für viele Gold-Investoren ist der Inflationsschutz ein Grund, in Gold zu investieren. Aber schützt Gold wirklich vor Inflation? – JEIN

In der Ökonomie, wird Inflationsschutz als „hohe monatliche oder quartalsweise Korrelation mit Inflation“ bezeichnet. Das bedeutet also, dass der Wert einer Anlage im Idealfall im Gleichschritt mit der Inflation steigt. (Inflation nimmt um 1% zu – Wert der Anlage nimmt um >1% zu.)
Es gibt keine Daten die eine solche Korrelation belegen. Somit kann Gold auch diese Erwartung nicht erfüllen.

Gold in der Krise

Wo ein Gold-Investment allerdings, anders als bei der Inflation, tatsächlich einen gewissen Schutz mit sich bringt, sind Krisen im Zuge eines kompletten Zusammenbruchs des Finanzsystems oder einer Hyperinflation.
Das liegt daran, dass Gold, anders als Papiergeld, ein Rohstoff mit begrenzter Verfügbarkeit ist und somit vermutlich niemals komplett wertlos sein wird.

Die Frage ist nur, wie sich das Leben im Zuge eines Kollaps des Finanzsystems tatsächlich entwickelt und wie Gold, in einer solchen Zeit praktisch verwendet, wird. Vermutlich könnte man Gold, aufgrund seines hohen Wertes, nur für größere Anschaffungen verwenden. Wenn es darum geht sich ein Brot beim Bäcker kaufen zu wollen, wäre eine Investition in Silber vermutlich die bessere.

Außerdem: Wer weiß ob privater Goldbesitz in einer solchen Krise überhaupt erlaubt ist?
„Das ist doch verrückt, warum sollte Goldbesitz nicht erlaubt sein?“
Klingt vielleicht zuerst ein bisschen komisch, aber wenn man in der Geschichte ein bisschen zurück wandert, wird klar, dass ein solches Verbot gar nicht unüblich war. Beispielsweise gab es von 1934-1974 ein Goldverbot für amerikanische Haushalte. „Ja klar, aber nur weil die dummen Amerikaner…“ Bevor du zu Ende denkst, beachte, dass es im 20. Jahrhundert in so gut wie jedem westlichen Land (bis 1955 auch in Deutschland) Verbote des privaten Goldbesitzes gab.
„Das ist so lange her, dass Goldbesitz wieder verboten wird, ist unwahrscheinlich!“ Stimmt! Aber ein Kollaps des gesamten Finanzsystems ist das Gott sei Dank auch!

Gold als Altersvorsorge

Ein weiterer Grund Gold zu besitzen ist für den einen oder anderen auch die private Vorsorge für das Alter.

Viele Argumente dazu haben wir bereits betrachtet. Zum einem ist die Rendite wesentlich schlechter als bei einem diversifiziertem Aktienportfolio, zum anderen schwankt der Goldpreis viel zu stark um sich allein auf ihn verlassen zu können.

Die Goldpreisentwicklung ist, wie weiter oben bereits beschrieben nicht vorhersagbar. Wenn man zusätzlich die Schwankungen und die geringe Rendite betrachtet, wird schnell klar, dass Gold für die Altersvorsorge ungeeignet ist.

Warum Gold nicht als Einzelinvestment zu empfehlen ist

Meiner Meinung nach, eignet sich Gold – wenn überhaupt – nur als kleine Portfolio Beimischung (nicht mehr als 10%), aber niemals als alleiniges Investment.

Die meisten Gründe dafür, habe ich bereits aufgeführt (geringe Rendite, große Schwankungen, etc.). Es gibt aber noch zwei weitere Gründe, die unbedingt zu beachten sind.

Währungsrisiko

Der Goldpreis wird immer in Dollar angegeben. Durch diese Dollarbindung, kommt es neben den reinen Schwankungen des Goldpreises noch zusätzlich zu einem Währungsrisiko.

Kurz und knapp: Wenn der Euro an Wert gegenüber dem US-Dollar verliert, so sinkt auch der Wert der Goldinvestments.

Somit geht ein Euro-Anleger nicht nur eine Wette auf die Entwicklung des Goldpreises ein, sondern muss auch noch auf die Entwicklung des US-Dollars Rücksicht nehmen. Das sind schon zwei Variablen über die langfristig keine seriöse Aussage getroffen werden kann.

Lagerung

Wenn man sich einen Goldbarren oder eine Goldmünze kauft, muss man diese auch irgendwo lagern. Es wäre unklug das Gold in die Schlafzimmer Kommode zu legen.
Also muss man sich entweder einen sehr guten (und somit teuren) Safe für die Wohnung kaufen, oder man mietet ein Bankschließfach in dem die Goldbarren aufbewahrt werden.
Ein solches Bankschließfach kostet mit einer entsprechenden Zusatzversicherung, je nach Anbieter, 100-200€ jährlich.

Fazit/Zusammenfassung

Vorteile

  • Gold wird immer einen gewissen Wert besitzen
  • Verfügbarkeit (Gold ist in der Regel leicht und schnell zu verkaufen)
  • Steuervorteil (Gewinne beim Verkauf von Gold sind steuerfrei)
  • (Schutz in Krisenzeiten)

Nachteile

  • teils erhebliche Schwankungen
  • Keine Erträge (Keine Zinsen oder Dividenden)
  • schlechtere Rendite als ein breit diversifiziertes Aktien-Portfolio
  • Währungsrisiko
  • Lagerkosten

Fazit

Ein Vorteil von Gold liegt natürlich darin, dass niemals komplett wertlos sein wird. Auch sind die steuerlichen Vorteile durchaus beachtlich. Aufgrund der teils erheblichen Schwankungen, dem Währungsrisiko, der wesentlich schlechteren Rendite und der Tatsache, dass Gold keine Erträge abwirft, rate ich von einer zu großen Position im Portfolio ab.
Für den privaten und langfristigen Vermögensaufbau, eignen sich breit diversifizierte ETFs wesentlich besser.

Ich würde Gold nicht in mein Portfolio legen und empfehle jemanden, der darauf besteht es doch zu tun, den Anteil auf maximal 10% zu beschränken.

Philipp

Philipp

Philipp ist Mitte 20 und am Ende seines Medizinstudiums. Er setzt sich schon seit mehreren Jahren mit den Themen Finanzen und Geldanlage auseinander. 2019 hat Philipp sich dazu entschlossen, einen Blog über diese Themen zu starten, um auch andere Menschen zu motivieren, ihre Finanzen in die eigenen Hände zu nehmen.

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