Nimm dein Geld in deine Hände!

Was passiert eigentlich wenn ein ETF vom Anbieter aufgelöst wird? Verschwindet das Geld dann einfach? Bleibt man auf den Verlusten sitzen? Bekommt man das Geld wieder?

Inhalt

Was ist eine Liquidation

Eine Liquidation eines ETFs kann man sich wie das „Zusperren“ eines Fonds vorstellen.
Entweder gibt es den ETF danach schlichtweg nicht mehr, oder er wird mit einem anderen verschmolzen.

Die wichtigste Frage, die dem einen oder anderen sicher stellt: „Was passiert mit meinem Geld, das ich investiert habe?“
Selbstverständlich geht dieses Geld nicht einfach verloren. Wenn der ETF aufgelöst wird, wird jedem Investor der aktuelle Wert der ETF-Anteile aufs Konto gutgeschrieben.

Somit verschwindet das investierte Geld nicht einfach. Was man allerdings bedenken muss, ist, dass diese Liquidation theoretisch natürlich auch in einer Phase der Rezession (Abfall der Börsenkurse) passieren kann. Dadurch hätte man nicht mehr die Möglichkeit diese Krise auszusitzen (Buy-and-Hold), sondern wird mehr oder weniger gezwungen die Verluste zu „realisieren“.
Daher macht es Sinn sich im vornherein für einen ETF zu entscheiden, bei dem ein geringes Risiko für eine Liquidation besteht.

Risiken für eine Liquidation

Nischen-ETFs
ETFs die nur eine kleine Nische abbilden (z.B. ETFs auf Unternehmen die Energie-Speichertechnologien herstellen), neigen tendenziell eher dazu liquidiert zu werden, weil sich hier häufig nicht ausreichend Investoren finden.

Geringes Alter des ETFs
Darüber habe ich bereits im Artikel über die Auswahl des passenden ETFs geschrieben.
Hier gilt nicht: „Neu ist immer besser“, sondern eher „Old but gold!“
Das hat schlicht und einfach damit zu tun, dass sich ein ETF der seit 10 Jahren für den Anbieter rentabel ist, es vermutlich auch in Zukunft sein wird.

Schlechte Performance
Durch verschiedene Replikationsmethoden, kann es passieren, dass sich ein ETF konstant deutlich schlechter als sein zugrunde liegender Index entwickelt. Damit hat der ETF sein Ziel verfehlt und wird deshalb liquidiert.

Des Weiteren gibt es auch hin und wieder ETFs die Indizes, mit einer schlechten Performance abbilden. Da Investoren mit der Zeit immer weniger in ETFs investieren, die seit Jahren eine schlechte Performance liefern, lohnen sich auch diese Indizes für die Betreiber nicht mehr und werden somit geschlossen.

Geringes Handelsvolumen
Das Handelsvolumen ist DAS Zeichen für die Bewertung der Popularität eines ETFs. Je höher das Handelsvolumen, desto beliebter ist der ETF bei Investoren.
Bei einem geringen Handelsvolumen, kann es, unter Umständen, zu Liquiditätsproblemen kommen.

Am Ende läuft es darauf hinaus: Wenn ein ETF für den Anbieter nicht mehr profitabel ist, wird er geschlossen.
Hier muss man bedenken, dass die „Betriebskosten“ eines ETFs für die relativ ähnlich sind, egal ob viel Geld in diesem ETF „steckt“ oder wenig. Deshalb lohnen sich die „kleinen“ ETFs mit wenig investierten Geld weniger.

Wenn man darauf achtet, die oben erwähnten Punkte bei der Auswahl des ETFs zu vermeiden, ist man schon relativ sicher vor einer Liquidation.

Wenn der ETF liquidiert wird

Wenn ein ETF endgültig geschlossen wird, wird der Wert der gekauften Anteile, wie oben erwähnt, an die Investoren überwiesen.
Bevor das passiert muss man aber eine Entscheidung treffen.

Einige Wochen vor der Schließung eines ETFs, werden die Investoren darüber informiert. Somit kann ein Investor seine Anteile schon verkaufen bevor der ETF automatisch liquidiert wird.
Wenn der ETF einmal geschlossen ist, ist kein handeln mehr möglich.
Zum Zeitpunkt der Liquidation, hat der Anbieter zwei Wochen Zeit die Anteile zu verkaufen und das Geld anteilweise auf die Investoren zu verteilen.

Somit muss sich ein Investor entscheiden, ob er seine Anteile selbst verkauft, bevor der ETF geschlossen wird oder ob er auf die Liquidation wartet.
Welche Entscheidung hier die bessere ist, ist von Fall zu Fall zu entscheiden und nicht generell beantwortbar.
In der Zeit in der der ETF noch an der Börse gelistet ist, kann der Kurs natürlich (wie sonst auch) fallen aber auch steigen. Somit benötigt man hier für die richtige Entscheidung nicht nur rationale Überlegungen, sondern (leider) auch ein bisschen Glück.

Zusammenfassung/Fazit

  • Unter Liquidation versteht man die Auflösung eines ETFs
  • Die Investoren werden einige Wochen davor informiert und haben die Wahl, ihre Anteile selbst zu verkaufen, oder darauf zu warten bis der ETF aufgelöst wird und dann entsprechend ihrer Anteile „ausgezahlt“ zu werden.
  • Es gibt einige Punkte die das Risiko für eine Liquidation erhöhen: Geringes Handelsvolumen, geringes Alter des ETFs, „Nischen“-ETFs, etc. – Versuche also bei der Auswahl eines ETFs auf diese Punkte Rücksicht zu nehmen.
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Philipp

Philipp

Philipp ist Mitte 20 und am Ende seines Medizinstudiums. Er setzt sich schon seit mehreren Jahren mit den Themen Finanzen und Geldanlage auseinander. 2019 hat Philipp sich dazu entschlossen, einen Blog über diese Themen zu starten, um auch andere Menschen zu motivieren, ihre Finanzen in die eigenen Hände zu nehmen.

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Ich bin Mitte 20 und studiere Medizin. Auf meinem Blog findest alles rund um die Themen finanzielle Freiheit und Geldanlage!

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